Andachten

So schön vergesslich…

Hüte dich, dass du den HERRN, deinen Gott, nicht vergisst, so dass du seine Gebote und seine Rechte und seine Satzungen nicht hältst, die ich dir heute gebiete, damit sich dein Herz nicht erhebt, wenn du isst und satt wirst und schöne Häuser baust und bewohnst […] und Silber und Gold sich dir mehren und alles, was du hast, sich mehrt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausführte […] der dich in der Wüste mit Manna speiste, das deine Väter nicht kannten, um dich zu demütigen und um dich zu prüfen, damit er dir Gutes tue an deinem Ende, und du in deinem Herzen sprichst: Meine Kraft und die Stärke meiner Hand hat mir dieses Vermögen verschafft!
5. Mose 8,11-14.16.17

Vergessen kann etwas Gutes sein. Niemand von uns erinnert sich an seine Geburt. Viele Dinge die mühevoll waren, während man darin „steckte“, verblassen mit den Jahren und man erinnert sich eher an das Gute.

Im geistlichen Bereich jedoch ist das etwas komplizierter. Es liegt unserer Natur nicht, die Dinge zu tun, die Gott von uns möchte und uns an seine Gebote und Satzungen zu erinnern. Viel eher sind wir geneigt, Gott und seinen Willen für unser Leben, unsere Familien und Gemeinden, zu vergessen und zu verdrängen, vor allem dann wenn es uns gut geht.

Gott warnte sein Volk bereits in der Wüste: Vergesst meine Gebote nicht! Überhebt euch nicht, wenn sich euer Reichtum mehrt. Wohlstand birgt immer die Gefahr, dass Gott vergessen wird und man das Gelingen und das Wachsen des Wohlstands seiner eigenen Kraft zuschreibt. Wenn wir gerade in unseren westlichen Ländern in unser Leben schauen, erkennen wir dieses Prinzip nur zu gut. Wir meinen, wir wären unseres Glückes Schmid und Erschaffer unseres Wohlstandes.

Dabei bedenken wir nicht, dass Gott es war, der uns aus der Knechtschaft der Sünde errettet und herausgeführt hat. Gott führt uns immer wieder durch Zeiten den Demütigung und Prüfung um uns zu testen und zu erziehen. Gott tut dies mit dem Ziel, uns alle wunderbaren Gnadengaben zu geben (v.a. geistliche, auch wenn wir materiell sehr gesegnet sind), die er für uns bereit hält, er möchte uns Gutes tun.

Doch Wohlstand und Reichtum erzeugen eine seltsame Vergesslichkeit. Auf einmal überhebt sich unser Herz und wird vergessen, woher alles Gute und alles Gelingen kommt: Allein von unserem Gott!

Mögen wir Gottes Warnung ernst nehmen und im Bewusstsein leben, dass alles Gute nur sein Geschenk an uns ist. Vergessen wir nicht sein gutes Gesetz und seinen Willen für uns wenn es uns gut geht. Er ist der Geber alles Guten, er unser HERR und Gott. Danken wir ihm heute dafür.