Andachten

Was hältst du von dir selbst?

Sprich nicht so in deinem Herzen, wenn der HERR, dein Gott, sie vor dir hinausstößt: Um meiner Gerechtigkeit willen hat der HERR mich hierher gebracht, um dieses Land in Besitz zu nehmen; […] So erkenne denn, dass der HERR, dein Gott, nicht um deiner Gerechtigkeit willen dir dieses gute Land gibt, es zu besitzen; denn ein hartnäckiges Volk bist du.
5. Mose 9,4.6

Wenn uns Dinge gelingen werden wir oft hochmütig und bewundern uns selbst. Gerne sonnen wir uns auch in der Bewunderung und dem Neid anderer. Häufig schreiben wir unser Gelingen uns selbst und unseren Fähigkeiten zu.

Eine besonders abscheuliche Art dieses Wesenszuges ist diese Art von geistlichem Stolz. Gott sah diesen Stolz bei dem Volk Israel voraus. Er wusste, dass Israel sich die Einnahme des Landes Kanaan selbst zuschreiben würde. Darum warnt Gott Israel schon vor diesem verkehrten Denken, bevor sie auch nur einen Fuß in dieses Land setzten.

Gott nennt Israel die Gründe, warum er sie ins verheißene Land bringt und erklärt ihnen auch, was sie selbst zu der ganzen Sache beigetragen haben. Zunächst ist da die Gottlosigkeit der Nationen, die Kanaan zur damaligen Zeit bevölkerten. Israel musste ca. 400 Jahre in Ägypten zubringen, weil das Maß der Sünden dieser Vöker noch nicht voll war (1. Mose 15,16). Doch nun war die Gottlosigkeit der Völker ausgereizt. Gott bestimmte, dass es an der Zeit war diese Völker zu vernichten. Eine ernste Warnung, auch für unsere Zeit. Gott wird der Gottlosigkeit nicht für immer zusehen, ohne sie ernst und schrecklich zu richten.

Gott nennt einen zweiten Grund, warum er das störrische Volk Israel in das Land bringt: Um seinen Bund aufrecht zu erhalten, den er mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossen hatte. Gott hatte sein Versprechen noch einzuhalten, daher brachte er Israel ins verheißene Land.

Was war nun die Rolle der Israeliten? Gott sagt, dass nicht ihre Gerechtigkeit sie für die Einnahme des Landes qualifizierte. Nein, vielmehr waren sie ein widerspenstiges Volk, das Gott unzählige Male versucht hatte, trotz seiner wunderbaren Gnadenerweise. Durch Gottes unverdiente Gnade durften sie Nachkommen derer sein, mit denen Gott einen Bund geschlossen hatte. Ansonsten hatten sie nur noch ihre Widerspenstigkeit vorzuweisen und ihre Überheblichkeit, in welcher sie von sich selbst dachten, dass sie besser seien als die gottlosen Völker im Land Kanaan.

Wie steht es heute um dich und mich? Sind wir nicht versucht, uns unsererseits über das Volk Israel zu erheben? Hat Gott uns errettet, weil wir so gerecht und toll sind? Bringt er uns ins verheißene Land, den Himmel, weil wir nun mal die besten Kandidaten dafür sind? Keineswegs! Auch du und ich haben nur abscheuliche Schlechtigkeit, Stolz und andere Sünden zu unserer Errettung beigetragen. Es ist Gott, der sich an seinen Bund hält, den er aus freien Stücken mit uns geschlossen hat, als er sagte: ICH will dich retten, durch meinen Sohn Jesus Christus.

Wo bleibt nun Raum für Stolz? Was hältst du von dir selbst? Glaubst du, du wärst besser als andere Menschen, vielleicht sogar besser als andere Christen? Mögen wir anfangen zu begreifen, welche tiefe Wahrheit die Worte des Apostels Paulus ausdrückten, als er sagte: „durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin!“ Ihm sei alle Ehre dafür.