Andachten

Zitat der Woche: Alle Menschen brauchen Jesus

Johannes gewährt uns in seinem Evangelium immer wieder Einblicke in Erzählungen, wo Jesus mit Personen spricht; meist unter vier Augen. Diese Erzählungen zeigen uns, wie Jesus mit einzelnen Menschen umgegangen ist. In dem Johannes-Kommentar der The Bible Speaks Today-Kommentarreihe bezieht sich Bruce Milne auf zwei solcher Erzählungen. Er stellt das Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus (Kapitel 3) und Jesus und einer Samariterin (Kapitel 4) gegenüber und schließt mit einer wichtigen Erkenntnis:

Der nächste Abschnitt [gemeint ist Kapitel 4] zeigt Jesus ein weiteres Mal in einer Konversation. Der Kontrast zu dem Gesprächspartner in Kapitel 3 könnte nicht größer sein. Nikodemus war ein männlicher Jude, ein besonders gelehrter Lehrer, ein Pharisäer, der gewissenhaft an den Grundsätzen des Gesetzes festhielt und als Mitglied des Hohen Rates beträchtliches Ansehen und Autorität in der Öffentlichkeit genoss. Jesu neuer Gesprächspartner ist im Gegensatz dazu eine samaritanische Frau, ungelehrt (Frauen hatten damals keinerlei Bildungsmöglichkeiten), mit einem Lebensstil, der offensichtlich gegensätzlich zum Gesetz war, und daher von der Öffentlichkeit verachtet und geächtet. Und dennoch: „Beide brauchten Jesus.“ Milne, Bruce. The Message of John: Here ist Your King. S.83

Kann es zwei unterschiedlichere Menschen geben? Ich bezweifle es. Und dennoch steht fest, dass beide Jesus brauchen. Und in beiden Gesprächen macht Jesus ihnen das auch klar. Der Samariterin erzählt er beispielsweise von dem lebendigen Wasser, das er hat und das jeder Mensch braucht. Die Geschichte der Samariterin endet mit ihrer Frage: „Ist dies vielleicht der Christus?“ Und tatsächlich kamen Menschen aus der samaritanischen Stadt zum Glauben an diesen Christus. Die Frage der Frau ist aber nicht nur an die Menschen damals gerichtet. Sie fragt auch uns als heutige Leser: Glaubst du, dass dieser Jesus der Christus, der Retter, ist? Wenn ja, dann bist du so, wie diese Frau. Durch das lebendige Wasser wurde ihr Durst nach wahrem Glück gestillt. Es erfrischte ihre trockene Seele. Wenn du auf diese Frage mit Nein antwortest, dann wirst du wahrscheinlich noch an vielen weiteren Orten nach wahrem Glück suchen; doch vergeblich. Denn nur bei Jesus Christus ist das lebendige Wasser, das unseren Durst nach Erfüllung stillt, zu finden.