Andachten

Was ist Pilgerschaft?

In seinem unglaublichen gelungenen und hilfreichen Buch „Jonathan Edwards on the Christian life“, stellt Dane Ortlund u.a. das Verhältnis des christlichen Lebens zu unserer Pilgerschaft hier auf der Erde dar. Er nennt unsere Pilgerschaft den „Geschmack des christlichen Lebens“.

Christsein ist schwer. Ein Grund dafür ist die ächzende Spannung zwischen der Tatsache, dass wir zu Gott gehören, und dem, was wir emotional, beziehungsmäßig, physisch, usw. erleben. Wir wundern uns, warum es so viele sinnlose Widrigkeiten in unserem Leben gibt. Solche Schmerzen nehmen denen die Orientierung, die danach streben, treu mit Gott zu wandeln. Die Schwierigkeit besteht nicht nur darin, dass das Leben viele Schmerzen mit sich bringt, sondern, dass diese Schmerzen da sind, trotz der großartigen Wahrheiten der Erlösung, die über uns ausgeschüttet wurden.

Eine Antwort, die Jonathan Edwards auf diese Frage geben würde, ist der „Pilgerstatus“ des Gläubigen in dieser Welt. Ein Christ ist jemand, der seine Staatsbürgerschaft gewechselt hat. Wir gehören nun zu einem anderen Ort. Vor der Wiedergeburt waren wir zu Hause in der Welt und Fremde für Gott. Nach der Wiedergeburt sind wir Fremde in der Welt und zu Hause bei Gott. Während dieser Wechsel in einer neuen Freude für das zukünftige Leben resultiert, resultiert er auch in einem neuen Schmerz für dieses Leben. Plötzlich sind wir Fremde hier. Botschafter, wie es Paulus sagt – das ist jemand, der seinen König in einem fremden Land repräsentiert, während sein Heimatland woanders liegt (2. Kor 5,20). Diese Welt ist nicht unser Zuhause.

– Ortlund, Dane. Jonathan Edwards on the Christian life. 2014. S. 125