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Ein starker schwacher Mann | 2/7

„Und Simson ging nach Timna hinab. Und er sah in Timna eine Frau von den Töchtern der Philister.“ (Richter 14,1)

Simson ist mittlerweile erwachsen. Die erste große Tat des verheißenen Retters von Israel ist – sich eine Frau der eigenen Feinde zu nehmen. Allein diese Tatsache lässt schon erkennen, wie nützlich Simson eigentlich in seinem Dienst ist. Er lässt sich von seinem Trieb leiten und nimmt sich eine Frau, die Gott eigentlich verboten hatte. Er ist danach seinen Eltern ungehorsam (V. 2-3) und will lieber seinen eigenen Willen durchsetzen als Gott zu gehorchen. Die Frage kommt auf: Wie um alles in der Welt soll Simson der versprochene Retter sein? Wir sehen einen Mann, der in feinster Weise die Absicht hat, Gottes Volk zu retten vor seinen Feinden. Ein Mann, der sich selbst im Mittelpunkt hat und sogar einen seiner Feinde heiraten möchte. Wie kann das Gottes Plan sein?

Die Bibel ist zu unserem Glück nicht einseitig, sondern gibt uns immer wieder Hinweise darauf, wie Gott alle Dinge souverän lenkt. In Vers vier sehen wir nämlich, dass Gott genau diesen Ungehorsam Simsons geplant und genutzt hat. Er „suchte einen Anlass“ bei den Feinden Gottes. Und diesen Anlass fand er in dem Egoismus von Simson. Auf diesen konnte er sich mit Sicherheit verlassen.

In der ersten Geschichte Simsons finden wir noch zwei weitere Verse hinter den Vorhang: Wir sehen, dass Gott den Löwen besiegt (V. 14) und dass er die 30 Philister tötet (V. 19). Simson beginnt das Volk in dem ersten Kapitel zu retten, weil er eine selbstbezogene Wette eingeht (um sich zu bereichern und um anzugeben, dass „er“ einen Löwen besiegt hat), weil er das Geheimnis leichtsinnig preisgibt und weil er letztlich wütend losläuft und aus Rache 30 Philister umbringt. In diesem Antrieb Simsons, dass er selbst alles dafür tut, sich selbst zu verherrlichen, sehen wir Gottes Größe: Er steht meilenweit über Simsons Sünde, über seinem falschen Eifer und über seinem schlechten Bestreben, sich selbst zu dienen anstatt Gott. Dieser Gott bestimmt souverän, wann Simson etwas tut und wie das passieren soll. Ist das nicht komisch?

Simsons Geschichte ist einer der Storys, die uns eine krasse Spannung aufzeigen: Simson ist für ein Handeln vollkommen verantwortlich. Die Bibel schildert uns seine falsche Einstellung und das letztlich Gericht, das er zu tragen hat, zwei Kapitel später. Er macht offensichtlich falsche Dinge und sündigt gegen Gott. Doch auf der anderen Seite ist Gott derjenige, der souverän über Simsons Sünde steht und der vollkommen unabhängig von Simson an sein Ziel kommt: Er beginnt die Rettung der Israeliten vor den Philistern.

Diese Geschichte darf dich als Kind Gottes ermutigen! Sie zeigt uns, dass Gott nicht darauf angewiesen ist, dass wir fehlerlos leben (das können wir ja eh nicht erreichen). Sie zeigt uns einen Gott, der viel, viel größer ist und völlig unabhängig von unserem Versagen oder unserer Leistung. Unser Gott steht über uns. Er ist souverän und kommt an sein Ziel. Jedes Mal, wenn du heute sündigst, darfst du zu deinem Gott kommen und ihn dafür loben, dass er der Herrscher ist. Er kommt an sein Ziel – mit Simson damals und auch mit dir heute, egal wie unvollkommen deine Situation aussieht!

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