Andachten

Wertschätzung: bedingungslos, aber nie grundlos

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. (1.Mose 1,27)

Fällt dir eine Aktion ein, die du bedingungslos, aber nicht grundlos tust? Also eine Handlung, die du tust, ohne erst zu warten bis irgendwelche Bedingungen erfüllt sind, aber gleichzeitig nur tust, weil du gute Gründe dazu hast. Also mir fiel keine solche Handlung ein; bis auf eine. Es ist die Handlung der Wertschätzung.

Ich bin der Überzeugung, dass Wertschätzung bedingungslos, aber nicht grundlos geschehen sollte. Aber was genau meine ich damit überhaupt?

Wertschätzung geschieht bedingungslos. Es geht hier also um eine allgemeine Wertschätzung; eine Wertschätzung, die aus der Würde des Menschen resultiert. Und diese Wertschätzung geschieht immer bedingungslos. Das bedeutet, eine Person muss nicht erst etwas leisten, um Wertschätzung zu bekommen. Der Wert eines Menschen liegt nämlich nicht darin, was er tut, sondern darin, was er ist. Und was ist der Mensch? Er ist das Ebenbild Gottes. Der Wert des Menschen ist also letztendlich in Gott verankert. Der Mensch ist wertvoll, er hat Würde, weil er ein Ebenbild des Schöpfergottes ist. Und das bringt uns zum nächsten Punkt.

Wertschätzung geschieht nie grundlos. Wir sollten Menschen nie grundlos wertschätzen. Denn es gibt immer einen Grund für den Wert des Menschen. Und dieser Grund, wie bereits erwähnt, gründet sich in Gott selbst. Jemand sagte einmal zu mir: „Du musst dir bei jedem Menschen, dem du begegnest einen Schriftzug auf seiner Stirn vorstellen: „Ebenbild Gottes“. Und ich denke, das ist ein guter Ratschlag. Habe ich Umgang mit anderen Menschen, sind diese mit Wertschätzung zu behandeln. Nicht aufgrund ihrer Taten, sondern aufgrund ihres Standes als Ebenbilder Gottes. Das bedeutet, nicht weil sie Bedingungen erfüllen, sondern, weil der Grund ihres Wertes in Gott liegt.

Ob der Geschäftsführer einer großen Firma oder ein armer Bettler, ob mein bester Freund oder jemand, den ich nicht leiden kann; jedermann verdient einen wertschätzenden Umgang; nicht aufgrund seiner Taten, sondern aufgrund von Gottes Ebenbildlichkeit.