Andachten

Ich habe doch den Heiligen Geist!!

Und sie lasen aus dem Buch des Gesetzes Gottes deutlich vor und erklärten den Sinn, so daß man das Gelesene verstand. (Nehemia 8,8)

Manche Christen sind empört darüber, dass andere auf eine Bibelschule gehen, dass andere zur Predigtvorbereitung Kommentare lesen, dass Menschen, die Seelsorge an anderen ausüben möchten, sich Bücher zur Hilfe nehmen… „Wir haben doch alle den Heiligen Geist, der uns lehrt!”

Diese Menschen leben ganz nach dem Motto: „Ich und der Heilige Geist, wir regeln das zusammen schon…”. Sie haben ja teilweise Recht, denn der Heilige Geist ist letztendlich derjenige, der uns wirklich überführt (Joh 16,8). Ohne den Heiligen Geist, der das studierte Wort dazu nutzt, um es tief in unsere Herzen zu pflanzen, nützt alles noch so reichhaltige Wissen nichts.

Andererseits muss man auch darauf bestehen, dass dieser Unmut über andere Bücher, Kommentare, Predigten, Vorlesungen und allgemein Belehrung etc. hochgradig unbiblisch ist. Nicht nur in den „normalen“ Wissenschaften wie Mathe, Physik, Biologie etc. benötigen wir allesamt andere, die uns belehren, sondern auch in der Bibel ist zuhauf von Unterweisung die Rede.

Unter Nehemia fand gewissermaßen eine Reformation statt und das Gesetz wurde wieder gelesen. Es wurde aber, wie unser heutiger Vers uns zeigt, auch dem Volk erklärt. Das ist unerlässlich. Nicht umsonst heißt es auch, dass der Herr Lehrer in der Gemeinde eingesetzt hat (Eph 4,11). Als Josia das Gesetz entdeckte wandte er sich ebenfalls an die Prophetin Hulda, weil er Hilfe brauchte – und das als König (2. Kö 22,13)! Dem Kämmerer musste Jesaja 53 erklärt werden (Apg 8,26ff). Apollos hat Hilfe beim Verständnis der Schrift gebraucht (Apg 18,26).

So schreibt auch Paulus: „Wer im Wort unterrichtet wird, der gebe dem, der ihn unterrichtet…” (Gal 6,6). Es war also auch in der frühen Kirche bereits klar, dass es Leute braucht, die andere unterrichten. Danken wir für solche Leute, lasst uns bereitwillig auf sie hören und sie unterstützen. Lasst uns auch andere Bücher, Kommentare, Zeitschriften, Vorlesungen, Predigten etc. konsumieren, sodass wir immer mächtiger in den Schriften werden und unseren Gott dadurch verherrlichen.