Andachten

Formelle Umkehr

Und es geschah, wenn der Richter starb, so handelten sie wieder böse, mehr als ihre Väter, indem sie anderen Göttern nachgingen, um ihnen zu dienen und sich vor ihnen niederzuwerden. Sie ließen nichts fallen von ihren Taten und von ihrem hartnäckigen Wandel.
Richter 2,19

Das zweite Kapitel des Richterbuches ist ein Schlüssel zum Verständnis des ganzen Richterbuchs. Nach den Gerichtsworten wegen der Nachlässigkeit des Volkes Israel bezüglich der vollständigen Eroberung des Landes Kanaan, folgt eine Art Kommentar des Schreibers zum Zustand des Volkes Israel zur Zeit der Richter. Er beschreibt, dass Josua und seine ganze Generation starben. Anschließend kam eine Generation auf, die weder Gott, noch seine großen Werke kannte, die er für Israel getan hatte.

Leider begann diese gottlose Generation, Gott durch viel Bosheit und Götzendienst zu reizen. Sie verließen den überlieferten Glauben und das Gesetz und taten viel Übles in Gottes Augen. Gott brachte daraufhin Elend, Krieg und Unterdrückung über das Volk. Doch es half nichts. Wenn Israel wehklagte, schickte Gott ihnen Richter, die sie aus der Hand der Unterdrücker retten sollten. Das Volk gehorchte den Richtern aber nicht, denn es hurte seinen Götzen nach und wich schnell von den Wegen ab, die Gott für sein Volk vorgesehen hatte (V.17). Auch wenn Gott mit den Richtern war, so änderte das Volk doch nicht seine gottlosen Wege.

Im Gegenteil, die handelten sogar böser als zuvor. Gottes Gnade der Rettung durch die Richter nahmen sie zum Anlass, noch böser zu handeln. Sie achteten darauf, nichts auszulassen von dem Bösen, das sie zuvor schon getan hatten. Damit besiegelten Sie aber Gottes Gerichtsandrohung. Gott würde die heidnischen Nationen nun gar nicht mehr ganz vertreiben, sondern Israel durch ihren Verbleib prüfen.

Diese Prüfung brachte aber nichts gutes hervor, sondern müdete einige hundert Jahre später in der Vertreibung des Volkes Israels aus dem Land. Das Volk wurde nach und nach ganz vom Götzendienst korrumpiert.

Was war das Problem? Hat das Volk Israel sich nicht genug angestrengt? Haben sie die falschen Methoden der Nachfolge angewendet. Nein, die Wahrheit ist, dass die Israeliten keine erneuerten Herzen hatten. Sie kannten Gott nicht. Trotz aller seiner Gnadenerweise (Sendung der Richter) wurde es immer schlimmer mit dem Volk Israel.

Ähnlich verhält es sich mit dem Gottlosen. Häufig nimmt er Gottes gnädiges und geduldiges Zurückhalten gegenüber seiner Bosheit als Zeichen dafür, dass doch alles in Ordnung ist. Im Gericht beschwert er sich, dass Gott nun handelt, vergisst aber wenn Gott gnädig ist, ihm zu danken und sein Denken und Wandeln zu ändern. Sein Herz lässt es nicht zu, sondern verleitet ihn dazu, seinen Weg noch mehr zu verderben.

Ich hoffe, dass das Handeln des Volkes Israel eine echte und ernste Warnung für uns ist. Die Begebenheiten des Alten Testaments sind uns zur Belehrung geschrieben, wie wir aus dem Neuen Testament wissen. Möge niemand von uns glauben, dass eine formelle Umkehr Gott täuschen kann. Gott weiß, ob du heimlich deinen Götzen folgst, oder ob du ein echter Nachfolger Jesu bist, denn nur der, dem er ein neues Herz geschenkt hat ist echt. Alle anderen betrügen sich bestenfalls selbst.