Andachten

Es ist seine Kraft, die uns Kraftlosen Kraft gibt

Die Geschichte von Dornröschen ist wohl den meisten bekannt. Sie handelt von einer jungen Königstochter. Es war ein frohes Mädchen, schön von Gestalt, verständig und sittsam; eine Tochter, wie man sie sich doch wünscht. Doch auf ihr lag ein Fluch. Sie sollte sich im Alter von 15 Jahren an einer Spindel stechen und so in einen langen und tiefen Schlaf fallen; und mit ihr der gesamte restliche Hofstaat. Jahrzehntelang liegt dieser Hof also im Dauerschlaf. Immer wieder kommen junge Männer an diesem Ort vorbei. Ihnen wird erzählt, dass sich in diesem von Dornengestrüpp umringten Königshof eine wunderschöne Königstochter befindet. Und so versucht es ein Mann nach dem anderen, diese Dornenfront zu durchbrechen, doch sie scheitern allesamt. Eines Tages jedoch, kommt ein Königssohn daher. Obwohl es ihm abgeraten wird, nimmt er dennoch den Versuch vor, in den Hof zu gelangen. Und er schafft es tatsächlich. Er findet die junge Königstochter und kann nicht anders, als sie zu küssen. Und was passiert? Die Prinzessin erwacht.

„Was fällt dir eigentlich ein? Kannst du mich nicht fragen, ob du mich durch deinen Kuss aufwecken darfst? Geht’s eigentlich noch? Ich habe doch auch ein Mitspracherecht, wenn es darum geht, mich aus dem Schlaf aufzuwecken!“

Hat Dornröschen so reagiert? Nein, hat sie nicht. Stattdessen hat sie den Königssohn freundlich angeschaut und sie haben geheiratet. Romantisch, oder? 😉

Diese Geschichte erinnert mich an die Rettung von uns, den Kindern Gottes. Gott hat auch uns aus solch einem Schlaf, genau genommen aus dem Tod, auferweckt. Umso mehr erstaunt es mich, dass Christen immer wieder meinen, der Mensch habe in dieser Sache ein Mitspracherecht. Im Bilde gesprochen, sagen sie: Der Mensch kann tatsächlich zu Gott sagen „Was fällt dir eigentlich ein. Du kannst mich doch nicht einfach so aus dem Tod zum Leben auferwecken, ohne mich zu fragen?“ Sie geben dem Menschen eine Stellung in der Errettung, die er schlichtweg nicht hat.

Allein schon die Tatsache, dass der Mensch von Gott aus dem Tod ins Leben geholt wird, sollte doch alles sagen, oder nicht? Ein Toter kann unmöglich bei der Entscheidung mitüberlegen, ob er nun zum Leben erweckt wird oder nicht. Es ist also alleine Gottes Kraft, die Menschen aus ihrem geistlich toten Zustand, in einen Zustand holt, der mit allem geistlichen Segen in den Himmeln bestückt ist. Der Mensch hat keine Entscheidungskraft, weil in ihm schlichtweg keine Kraft liegt.

Doch Gott ist es, der Licht ins Dunkel bringt, der Leben in den Tod bringt, der einen alten Menschen zu einem neuen Menschen macht, der Menschen umkehrt, sodass sie auf Gott sehen und nicht auf sich selbst.

Wie können wir da anders als nur noch auf diesen herrlichen Gott zu schauen und ihn zu preisen. Es ist seine Kraft, die uns Kraftlosen Kraft gibt.

Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden, in denen ihr früher gewandelt seid nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams. Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Vernunft und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern. Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet (Epheser 2,1-5)