Andachten

Es bleibt nicht bei dieser einen Sünde

„Da sprach David zu dem Boten: So sollst du zu Joab sagen: Lass diese Sache nicht böse sein in deinen Augen, denn das Schwert frisst bald so, bald so.“ 2.Samuel 11,25a

Dieser Vers bildet zunächst den traurigen Schlusspunkt des Niedergangs des größten Königs, den das Volk Israel je hatte. Vor einigen Wochen hatte David mit der Frau seines Freundes Urija geschlafen. Als König hatte Bathseba wohl kaum eine Möglichkeit Davids Begierde zu entgehen. Anhand des Beispiels Davids können wir sehen, dass eine Sünde selten allein kommt, wenn wir nicht sofort mit Sünde und Reue dagegen vorgehen.

David hatte einen langen Mittagschlaf hinter sich und sah von seinem Haus aus die badende Bathseba. David begehrt sie, lässt sie holen und schläft mit ihr. Danach schickt er sie wieder fort. David denkt sich nichts weiter, doch ein paar Wochen später lässt ihm Bathseba sagen: Ich bin schwanger! Nun bricht Panik in David aus. Statt seine Sünde zu bekennen, beginnt er nun einen erbärmlichen Vertuschungsversuch. Zunächst versucht er, Bathsebas Mann von der Front weg zu beordern und ihn dazu zu bringen, mit seiner Frau zu schlafen. Aus seiner Sicht wäre das Problem gelöst, wenn er das Kind einfach Urija unterschieben könnte.

Der Plan misslingt mehrfach, weil Urija aus Solidarität mit seinen Kameraden an der Front nicht nach Hause geht. Nun greift David zu einem noch schlimmeren Mittel. Er nutzt den laufenden Krieg dazu, Urija durch die Hand der Feinde zu töten. Dazu schickt er eine Anweisung an Joab, der den widerlichen Plan umsetzen muss und Urija in der Schlacht bewusst alleine lässt – Urija wird wie geplant getötet.

„Problem gelöst“ denkt David und gibt Joab die selbstgefällige Antwort, die unseren heutigen Andachtsvers bildet. David war es egal, dass er einen seiner Helden hatte töten lassen, nur um seine Sünde zu vertuschen. Nun heiratete er schnell Batsheba – Problem gelöst! Doch in Gottes Augen war diese Sache sehr böse und David sollte sich selbst das Gericht sprechen und seine Sünde mit viel Leid und dem Leben von vier seiner Söhne bezahlen.

Hätte David sofort Buße getan und seine Sünde bekannt, wäre ihm und vielen anderen viel Leid, ja sogar der Tod erspart geblieben. Doch David wird über Monate hinweg immer tiefer in den Strudel seiner Sünde hineingezogen, eine Sünde führt zur nächsten. Nehmen wir uns Davids Geschichte zu Herzen! David war als Mann nach dem Herzen Gottes nicht davor gefeit, sich über Monate hinweg immer tiefer in Sünden zu verstricken – mit fatalen Folgen für sein restliches Leben.

Wir als Christen haben jederzeit die Möglichkeit unsere Sünden zu bekennen, Buße zu tun und neu zu beginnen (1. Johannes 1,8-10). Sofortige Umkehr bewahrt uns davor, uns tief in ein Sündennetz zu verstricken und uns und anderen großes Leid zuzufügen. Nutzen wir dieses Vorrecht und lassen wir nicht zu, dass eine Sünde der anderen folgt. Kehren wir heute um zu unserem gnädigen Gott und bekennen wir unsere Schuld. Das ist immer der bessere Weg. Solltest du aber deine Sünden zudecken wollen, dann bedenke: Es wird nicht bei dieser einen Sünde bleiben…