Andachten

Ein Gedankenanstoß für dein heutiges Gebet

Es ist schön, wenn wir das tägliche Gebet pflegen, wenn wir Tag für Tag unsere Beziehung zu Gott pflegen. Doch was Regelmäßigkeit leider so an sich hat, ist, dass es schnell zu einer Gewohnheit kommt. Es fällt uns schwer jedes Mal aufs Neue zu reflektieren, wen wir nun überhaupt anbeten, wie wir anbeten und warum wir überhaupt beten. Diese Dinge bleiben eigentlich immer konstant. Gott ändert sich nicht, unsere Haltung gegenüber Gott sollte sich nicht ändern und der allgemeine Grund fürs Gebet sollte sich ebenfalls nicht ändern. Was sich jedoch immer wieder ändert, sind unsere Gebetsanliegen. Unsere Gebetsanliegen sind aktuell, sind oft neu und ohne Zweifel in unserem Kopf vorherrschend. Und so passiert es schnell, dass wir uns in unserem Gebet zu stark auf die aktuellen Gebetsanliegen konzentrieren und weniger auf Gott selbst.

Für dein heutiges Gebet schlage ich dir daher vor mal den Psalm 138 zu lesen. Es ist ein Dankespsalm für den einzelnen Gläubigen. Interessant an diesem Psalm ist, dass ihn David geschrieben hat und er darin Gott dankt. In welcher Situation er ihn geschrieben hat, ist jedoch nicht offenbar. Es lässt sich nicht erkennen, aus welcher speziellen Situation heraus, dieser Dankespsalm entstand. Doch was sich erkennen lässt, ist, an wen dieser Dank geht. In Vers 2 steht:

Zu deinem heiligen Tempel hin will ich mich niederwerfen und deinen Namen preisen um deiner Gnade und Treue willen, denn du hast dein Wort gross gemacht um deines Namens willen. (Psalm 138,2)

Wohin geht Davids Gebet? Zu Gottes heiligem Tempel. Nun könnte man kritisch fragen: Warum spricht denn David hier von einem Tempel? Wurde dieser denn nicht erst durch seinen Sohn Salomo erbaut? Das ist richtig. Doch David möchte hier nicht aussagen, dass er tatsächlich vor dem Tempel steht. Er möchte hier mit den eindrucksvollsten und erhabensten Worten den Ort beschreiben, wo das Gebet hingeht: Es ist der Tempel Gottes. David wollte Gott unbedingt einen Tempel bauen. Er wollte Gott eine prachtvolle Wohnstätte unter seinem Volk bauen. Für ihn war der Tempel so in etwa das Ultimatum aller Anbetungsorte.

Wenn David also davon spricht, dass er sein Gebet zum heiligen Tempel richtet, sagt er im Endeffekt aus: Ich bete nun zu dem erhabenen und prachtvollen Gott. Ich bete zu meinem Gott, der mir seine Hand entgegenstreckt, dessen Worte ich hören darf. Ich bete zu einem persönlichen Gott, der nicht fern ist. Ich bete zu einem Gott, der sich zum Menschen hinuntergebeugt hat und ihm gnädig ist und gleichzeitig auf seiner erhabenen Position verweilt und allen Lob verdient. Ich trete nun vor meinem herrlichen Gott ins persönliche Gebet.

Es ist schön, wenn wir uns diesen Dingen bewusst sind. Es ist zu wissen, wen ich eigentlich anbete.