Andachten

Das Hier und Jetzt zählt für die Ewigkeit

“Wie ein Sturmwind daherfährt, so ist der Gottlose nicht mehr; aber der Gerechte ist ein ewig fester Grund.” (Sprüche 10,25)

“Vermögen nützt nichts am Tag des Zorns, aber Gerechtigkeit errettet vom Tod.” (Sprüche 11,4)

Leben und Tod sind ein wichtiges Thema in den Sprüchen, deren Ziel es ist, das Leben des Gläubigen durch Weisheit zu formen. Schon Mose erkannte den Zusammenhang zwischen Weisheit und des Bewusstseins, dass das eigene Leben vergänglich ist, darum betete er: “So lehre uns denn zählen unsere Tage, damit wir ein weises Herz erlangen!” (Psalm 90,12). Das Wort “Leben” kommt 56 mal in den Sprüchen vor und das Wort “Tod” etwa 20 mal. Es gibt kaum gewichtigere Themen als Tod und Leben. Wir vergessen weder die Geburt eines Kindes, noch das Begräbnis eines Freundes. Vergänglichkeit und Tod treten auf verschiedene Weise zu Tage: in Krankheit, im Altern, im Leiden, in Angst, Schuld, Sorgen und vor allem in Sünde. Unsere Seelen leiden unter Vergänglichkeit. Wir brauchen etwas bleibendes, wir brauchen Leben – echtes, ewiges, bleibendes Leben. Wir brauchen den Blick auf den, der von sich sagt: “Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit …” (Offb 1,17.18)

Gleichzeitig wollen wir uns aber warnen lassen, denn Tod und Vergänglichkeit lauern überall und beeinflussen unser Handeln und Denken. So warnt Salomo zum Beispiel vor sexueller Sünde, indem er sagt: “Die Toten sind dort!” (Spr 9,18). In einer Welt, in der ein sexuell ausschweifendes Leben toleriert, ja teilweise sogar angepriesen und befürwortet wird (mehrere Sexualpartner, Pornographie, …), ist das ein Rat, den wir uns immer wieder vergegenwärtigen sollten. Viele Menschen erleben schon eine Art Hölle auf Erden, die einfach nur dadurch entsteht, dass sie sich nicht an Gottes Ordnungen halten. Sie geben sich selbst hin in: sexuelle Unmoral, Betrug, Unzuverlässigkeit, Diebstahl, fehlendes Verantwortungsbewusstsein in Ehe und Familie und so viele weitere Sünden, vor deren Todesgeschmack uns die Sprüche eindringlich warnen.

Doch es gibt nicht nur eine Hölle vor der Hölle, sondern auch einen Himmel vor dem Himmel. Die Sprüche warnen uns nicht nur, sie zeigen uns auch eine wunderbare Vorschau auf ein Leben, das von einer unvergänglichen Herrlichkeit geprägt ist – das Leben, das Christus schenkt, denn er versprach uns Leben im Überfluss zu geben (Joh 10,10), ein Leben, das bin in die Ewigkeit hineinreicht. So erklärt uns bereits Salomo schemenhaft:

“Auf dem Pfad der Gerechtigkeit ist Leben, und kein Tod ist auf gebahntem Weg.” (Spr 12,28)

“Schätze der Gottlosigkeit nützen nichts, aber Gerechtigkeit errettet vom Tod.” (Spr 10,2)

“Wer das Gebot bewahrt, bewahrt seine Seele; wer seine Wege verachtet, wird sterben.” (Spr 19,16)

Es gibt einen Pfad, einen Weg, eine Richtung und ein Ziel. Die Frage ist, zu welchem Ziel führt dein Weg – heute, in dieser Woche, in deinem Lebensabschnitt (Singlesein, Beziehung, Ehe, Familie oder Ruhestand). Was kennzeichnet deinen Pfad und neben welchen Menschen läufst du her? Christus hat uns ein Leben geschenkt, das zu schade ist, um es mit irdischen Reichtümern und vergänglichen Freuden zu vergeuden. Wir haben etwas Besseres. Wir haben ein “unverwesliches und unbeflecktes und unverwelkliches Erbteil, das in den Himmeln aufbewahrt ist für” uns (1. Pt 1,4). Und wir haben das Beste: Christus.

Die Sprüche (58/100)