Andachten

Jesus, bist du tot?

Und es geschah, während sie miteinander redeten und sich besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. Ihre Augen aber wurden gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten.  – Lukas 24, 15.16 –

Wieso haben die Emmaus-Jünger Jesus nicht erkannt?

Ich denke diese Begebenheit von Jesus mit den Emmaus-Jüngern ist allen bekannt. Heute möchte ich einen Lösungsansatz nennen, warum diesen beiden Männer stundenlang die Augen „gehalten“ wurden, bis sie dann während des Abendmahls mit Jesus erkennen durften, wer er ist (V. 31).

Einen Lösungsansatz – so denke ich – finden wir in 2.Korinter 5,7, wo es heißt: Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.

Vielleicht war das Jesus Ziel mit den beiden Jüngern, dass sie erstmal an alles, was in dem Wort Gottes über Jesus gesagt wurde, glauben sollten, bevor sie Jesus wirklich sehen sollten. Denn Jesus erklärte Ihnen zuvor alles, was ihn im AT betraf (V. 27). Jesus war es wichtig, dass sie ihn nicht primär durch sein Aussehen erkennen und glauben, sondern aufgrund dessen, was über ihn in der Schrift geschrieben ist.

Alle Christen haben Jesus nach der Himmelfahrt nicht mehr lebendig auf der Erde als Beweis, dass er tatsächlich auferstanden ist, nein, sie haben nur noch Gottes lebendiges Wort. Das bedeutet, die darauffolgenden Christen kommen jetzt alleine durch das absolut wahre Zeugnis, was in der Bibel zu finden ist, zum Glauben. Dies geschieht dadurch, dass ihre Augen des Herzens geöffnet werden und nicht ihre physischen Augen, denn jeder Christ wird Jesus erst im Himmel mit seinen richtigen Augen sehen dürfen.

Was kann das jetzt für uns bedeuten?

Wir wissen, dass die Emmaus-Jünger Jesus für tot hielten. Sie glaubten nicht daran, dass er wahrhaftig auferstanden ist, wie er es mehrfach betonte und wie vor allem die Schriften das betont haben. Sie waren enttäuscht darüber, dass Jesus ein für alle Mal tot war.

Kennst du das vielleicht, dass du schon eine ganze Weile Gottes Präsens nicht mehr wahrgenommen hast? Ist dein Glaubensleben vielleicht trist geworden und dir fehlt das Feuer für Jesus, der Eifer für den Herrn? Hörst du Gottes Reden nicht mehr in deinem Leben? Vielleicht ist der Grund dafür, dass du Jesus ebenfalls für tot hältst, so wie die Emmaus-Jünger es taten und wartest vielleicht sogar auch auf irgendeinen sichtbaren Beweis auf Jesus hin.

Martin Luthers Frau Katherine sah ihn für einige Zeit entmutigt und reaktionslos. Eines Tages kleidete sie sich in schwarze Trauerkleidung. Luther fragte sie, warum. „Jemand ist gestorben“, sagte sie. „Wer?“, sagte sie. fragte Luther. „Es scheint“, sagte Katherine, „dass Gott gestorben sein muss!“ Luther hat ihren Standpunkt verstanden. Da Gott nicht gestorben war, musste er aufhören, so zu tun, als sei er gestorben.

Wir müssen aufhören, so zu tun, als sei Gott tot, als sei er nicht da, als würde er schweigen. Denn das tut Gott nicht! Gott spricht durch sein Wort, welches voll von Jesus ist.

Daher, schau in sein Wort Tag für Tag, betrachte es und lerne es auswendig, bis du erkennst, dass Gott nicht schweigt, sondern zu uns spricht. Manchmal spricht Gott auch so leise, dass man ihm durch den ganzen Lärm, die ganzen Umstände, die um uns sind, nicht hört. Vielleicht flüstert er, um uns zu veranlassen, still zu sein und ihn zu suchen und vielleicht, um unser Hörproblem zu heilen.