Andachten

Oh, wie sehr liebt uns Gott!

„So ist es nicht der Wille eures Vaters, der in den Himmeln ist, dass eines dieser Kleinen verloren gehe.“ (Matthäus 18,14)

Im achtzehnten Kapitel, das Matthäus über das Leben Jesu schrieb, zitiert er eine längere Rede von Jesus. Sie beginnt damit, dass Jesus die Frage der Jünger beantwortet, wer denn der Größte im Reich Gottes sei. Jesus erklärt ihnen dann eine wundervolle Wahrheit. Er zeigt ihnen auf, dass es gar nicht um die Rangstellung in Gottes Reich geht, sondern um Buße und Umkehr, um überhaupt Anteil an Gottes Reich zu haben. Er vergleicht den Eintritt in dieses Reich mit einem Kind: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, werdet ihr nicht in das Reich der Himmel hineinkommen.“ (18,3)

Wie komme ich also unter die Herrschaft Gottes, in sein Volk, in sein Reich? Indem ich Buße tue und umkehre. Das ist der Ausgangspunkt für alle weiteren Worte Jesu in diesem Kapitel. Danach redet er über Heiligung als Christen: Wir sollen uns als Christen ermutigen, uns nicht gegenseitig zur Sünde anreizen (V. 6-11). Und warum sollen wir das tun? Hier kommt ein Höhepunkt in der Rede Jesu: „Weil Gott nicht möchte, dass eins seiner Kinder verloren geht.“ (V. 14). Er will, dass seine Kinder, die zu seinem Reich gehören, nicht verloren gehen. Wie unglaublich ist das eigentlich?

Stellen wir uns mal eine menschliche Beziehung vor, die eine ähnliche Situation darstellt. Stell dir einen Vater vor, der ein fremdes Kind adoptiert. Dieses Kind lebt auf der Straße, es klaut täglich und schlägt wild um sich, sobald es in Berührung zum Vater kommt. Der liebende Vater bezahlt den Adoptionsbetrag und klärt alles Rechtliche. Tag für Tag vergibt der Vater dem Kind und bringt es schließlich zu sich nach Hause, weil das Kind endlich erkannt hat, dass der Vater es wirklich liebt.

Allein diese Liebe Gottes zu seinen Kindern ist schon überwältigend. Wir waren Waise, Arme und Verlorene. Und der perfekte Vater holt uns von der Straße, bekleidet uns und gibt und seine Liebe. Er muss dafür nicht nur einen kleinen Adoptionsbetrag zahlen, sondern es kostet ihn seinen Sohn.

Aber was Jesus im Verlauf des Kapitels deutlich macht, ist noch so viel schöner. Gott hat uns nicht nur einmal nach Hause gebracht und in seine Arme geschlossen, er läuft uns sogar nach, wenn wir uns aus dieser Gemeinschaft wieder lösen. Wie ein adoptiertes Kind von seinem neuen, perfekten Zuhause davonläuft, laufen auch wir vor Gott weg. Anstatt dann, wie wohl viele Menschen, „die Schnauze voll zu haben“, geht Gott seinen Kindern nach. „Er will nicht, dass eines seiner Kleinen verlorengehe.“ Unser Vater, der in den Himmeln ist, ist die pure Liebe. Barmherzigkeit und Gnade fließen von ihm zu uns. Keiner von uns hätte es verdient, auch nur eine weitere Sekunde zu leben. Wir sind wie Schafe, die alle auf ihren eigenen Wegen gehen. Diese Wege führen uns nur zu Abgründen und tödlichen Klüften, aber unser großer Gott, unser Vater, holt uns wieder zurück. Er liebt uns, er bewahrt uns, er bringt uns ans Ziel. Von A bis Z tut er alles, damit wir seine Kinder sind und bleiben. Ihm alle Ehre!