Andachten

Der Kampf gegen Neid

Und die Frauen tanzten, sangen und riefen: Saul hat seine Tausende erschlagen und David seine Zehntausende. Da ergrimmte Saul sehr. Und diese Sache war in seinen Augen böse, und er sagte: Sie haben David Zehntausende gegeben, und mir haben sie nur die Tausende gegeben; es fehlt ihm nur noch das Königtum. Und Saul sah neidisch auf David von jenem Tag an und hinfort.  (1. Samuel 18,7-9)

Der Kampf von David gegen Goliath ist eine der bekanntesten Begebenheiten aus der Bibel.  Die Reaktion Sauls auf diesen Kampf ist jedoch nicht ganz so bekannt. David wurde nämlich nach seinem spektakulären Sieg über Goliat, mit nur einer Steinschleuder, zum gefeierten Helden. Es wurde sogar ein Lied von Frauen über ihn gesungen: “Saul hat seine Tausende erschlagen und David seine Zehntausende.” Wie reagierte Saul auf diesen Gesang? In ihm kam Neid auf! Denn er war jetzt nicht mehr der gefeierte Held, der große erste König, den das Volk sich so sehnlichst gewünscht hatte.  Der Hype um ihn gerät auf einmal in den Hintergrund, da es einen neuen Star gibt – David, der Mann, dessen Gott ihn stets begleitet (V. 14). Wenn wir das 18. Kapitel weiterlesen, erkennen wir, dass dieser Neid Sauls sogar dazu führte, dass er mehrfach versuchte, David zu töten, um endlich wieder im Mittelpunkt zu stehen und seine Konkurrenz auszuschalten. 

Eine Frage an dich, lieber Leser: Welchen Ratschlag hättest du Saul in Bezug auf seinen Neid gegeben, wenn du sein königlicher Berater gewesen wärst? Wie sollte er richtig mit seinem Neid umgehen? 

Nimm dir gerne einen Moment und überlege dir, welchen biblischen Rat du ihm geben würdest.

Ich glaube ein Ratschlag kann folgender sein: Man sollte Saul darauf hinweisen, dass er nur aus Gnade König geworden ist. Hätte Gott ihn durch Samuel nicht zum König ernannt, wäre Saul nie von alleine auf die Idee gekommen, jemals König zu werden. Saul sollte daher neu erkennen, dass er alleine aus Gnade König geworden ist und sich dieses Amt nicht durch seine tollen Gaben oder sonstige Leistungen verdient hat. Weiter sollte Saul erneut erkennen, dass ihm nichts auf dieser Welt gehört, selbst sein Königsamt, da es ihm von Gott geschenkt wurde, damit Gott dadurch geehrt wird. Daher dürfte Saul auch niemals denken, dass ihm das Königsamt bis zum Ende seines Lebens zustünde, da Gott darüber entscheidet, was und wer für sein Reich gut ist.

Ich denke, dieser Ratschlag kann auch dir und mir im Kampf gegen den Neid helfen, wenn eine andere Person zum Beispiel mehr Geld besitzt als du, begabter ist, mehr Anerkennung erhält, eine Position bekleidet, die du auch gerne hättest, die schöner ist, etc..

Wenn wir erkennen, dass alles von Gott geschenkt ist und wir nichts auf dieser Welt verdient haben, dann lässt uns das anders auf die Dinge blicken. Wenn wir Christus als Herrn haben dürfen, dann besitzen wir das Wertvollste auf dieser Welt. Wenn wir den unglaublichen Wert Christi erkennen, dann sollte das keinen Neid in uns zulassen. Kommt jedoch trotzdem Neid in uns auf, dann müssen wir uns ehrlich eingestehen, dass Christus uns nicht genug ist.

Weiter sollten wir uns Folgendem stets bewusst sein: Denn wo Eifersucht und Eigennutz ist, da ist Zerrüttung und jede schlechte Tat. (Jakobus 3,16)

Neid, oder schlechte Eifersucht, führen zwangsläufig zu bösen Taten, so wie es bei Saul zu den Mordversuchen an David führte. Neid sorgt dafür, dass wir die Freude an den Dingen verlieren, die wir durch Gottes Gnade haben und lässt uns stets auf das blicken, was wir nicht haben. Neid führt zu mehr und mehr Verbitterung und schmälert die Gnade Gottes.