Andachten

Der Lohn der Lüge ist der Tod

„Ein Mann aber mit Namen Hananias, mit Saphira, seiner Frau, verkaufte ein Gut und schaffte von dem Kaufpreis beiseite, wovon auch die Frau wusste; und er brachte einen Teil und legte ihn nieder zu den Füßen der Apostel. Petrus aber sprach: Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen und von dem Kaufpreis des Feldes beiseite geschafft hast? Blieb es nicht dein, wenn es unverkauft blieb, und war es nicht, nachdem es verkauft war, in deiner Verfügung? Warum hast du dir diese Tat in deinem Herzen vorgenommen? Nicht Menschen hast du belogen, sondern Gott. Als aber Hananias diese Worte hörte, fiel er hin und verschied. Und es kam große Furcht über alle, die es hörten.“ (Apostelgeschichte 5,1-5)

Beim Lesen der Apostelgeschichte kam in mir schon oft der Wunsch auf, Teil der ersten Gemeinde in Jerusalem zu sein. Wenn man von den großen Taten der Apostel liest oder von der innigen und herzlichen Einheit, die die Gläubigen untereinander hatten, kann man leicht in ein schwärmerisches Denken verfallen und fälschlicherweise annehmen, dass es damals keine Probleme innerhalb der Gemeinde gab. Es wird uns berichtet, dass die Gläubigen ein Herz und eine Seele waren und keiner seine Habe sein eigen nannte (Kap. 4,32), sondern viele von ihnen Teile ihres Besitzes verkauften – so wie es ein gewisser Barnabas auch tat – um das Geld den Aposteln und somit der Gemeinde zu schenken. Wer wäre nicht gerne Mitglied in so einer Gemeinde gewesen?

Doch weder war Lukas ein Schwärmer, noch ist die Bibel ein Buch, in dem Sünde verschwiegen oder unter den Teppich gekehrt wird, um den schönen Anschein einer perfekten Gemeinde zu wahren. Und so berichtet uns Lukas von einem Ehepaar aus dieser Gemeinde, die auch ihren Beitrag leisten wollten, mit Namen Hananias und Saphira. Vielleicht verkauften sie den Acker aus einer Art Gruppenzwang heraus, weil schon viele vor ihnen, Geld der Gemeinde gespendet hatten. Vielleicht suchten sie auch das Ansehen von den anderen Gläubigen, da diese erfahren würden, dass auch sie Geld gespendet hatten.
Mit Sicherheit können wir aber sagen, dass die beiden nicht das ganze Geld geben wollten, was ja an und für sich noch keine Sünde darstellt. Petrus spricht diesen Umstand auch an (V.4), als Hananias zu den Aposteln kommt und vorgibt den vollen Kaufpreis für den Acker der Gemeinde geben zu wollen. Er und seine Frau hätten den Acker oder später auch das Geld behalten können bzw. sagen können, dass das Geld nur einen Teil des Kaufpreises darstellt. Niemand hatte die beiden zum Verkauf gezwungen, noch waren sie verpflichtet gewesen das ganze Geld der Gemeinde zu geben, doch hatten sie sich vorgenommen, vor der Gemeinde zu heucheln, indem sie einen Teil des Geldes beiseite schafften.

Die häufigste Reaktion auf Gottes Eingreifen in dieser Begebenheit, ist wohl die Frage: Ist diese Sünde wirklich so schlimm, dass Gottes Gericht unmittelbar über die beiden ergehen muss und Hananias, sowie drei Stunden später auch Saphira, auf der Stelle sterben müssen? Kann das ein Gott der Liebe sein? …
Abgesehen davon, dass jede Sünde den Tod verdient und die Tatsache, dass überhaupt noch Menschen auf dieser Erde leben, allein Gottes Gnade zu verdanken ist, zeigt die Tatsache, dass in der Septuaginta, bei der Eroberung Jerichos durch Israel, das gleiche Wort für Achans Diebstahl Verwendung findet. Achan hatte von dem Gebannten genommen und war somit selbst unter den Bann Gottes gekommen. Hananias und Saphira heuchelten Gott in ähnlicher Weise etwas vor und vergaßen dabei, dass sie in erster Linie nicht Menschen belogen hatten, sondern Gott selbst.

Dass Gott an dieser Stelle und in 1.Korinther 11,30 Sünden von Menschen in der Gemeinde mit dem Tod bestraft, zeigt uns, wie ernst wir mit Sünde in unserem Leben umgehen sollten. Ja, es stimmt, dass Christus für alle unsere Sünden bezahlt hat, doch sollten wir deshalb nie leichtfertig mit der Sünde umgehen, sondern uns immer wieder vor Augen führen, was es Jesus Christus gekostet hat, um uns von ihrer Macht zu befreien.