Andachten

Die Großmütter Jesu (5/5)

„Isai aber zeugt David, den König. David aber zeugte Salomo von der Frau des Uria,“ (Matthäus 1,6)

Der große König David. Eine Person des Alten Testaments, die man bereits aus dem Kindergottesdienst kennt und wahrscheinlich mit einigen Geschichten assoziiert: Davids Kampf gegen Goliath, seine Fähigkeiten als Schafhirte, der gegen Löwen und Bären kämpfte, seine Flucht vor Saul und seine Herrschaft als König über Israel. Er ist ein Mann, den Gott sogar mit einem wunderschönen Titel beschreibt: „Ein Mann nach dem Herzen Gottes.“ Ein Vorbild im Glauben für jeden von uns, sofern wir uns als Christen bezeichnen!

Dieser große König erlebte einen rasanten Aufstieg in seinem Leben: Vom Hirten und dem Geringsten in der eigenen Familie (er war der 8. Sohn) wurde er in Israel berühmt und beliebt, stieg zum König auf und bekam sogar von Gott die Zusage, dass sein Königreich für immer fortbestehen werde (2. Samuel 7). Eigentlich könnte es ihm nicht besser gehen. Doch dann, im elften Kapitel des zweiten Samuelbuchs, passiert es: David begegnet einer Frau, die im Matthäus-Evangelium nur die „Frau des Uria“ gennant wird. Er hat Sex mit ihr und sie wird schwanger. Daraufhin lässt David ihren Mann Uria umbringen, der einer seiner besten Krieger war. Er versucht, seine Sünde zu vertuschen, aber vor einem allwissenden Gott ist das natürlich nur wie ein Zuhalten der eigenen Augen beim Versteckspielen eines Kindes.

Ein Prophet (Nathan) konfrontiert David mit seiner Sünde. David erkennt, dass er den Tod verdient hätte. Er hat Ehebruch und Mord betrieben und dürfte vor einem heiligen Gott nicht bestehen. Das Kind, dass David mit der Frau von Uria gezeugt hat, stirbt kurze Zeit später als Strafe. Und doch sagt Nathan zu David: Deine Schuld ist die vergeben, du wirst nicht sterben. Das konnte er nur tun, weil 1000 Jahre nach dieser Geschichte ein Mann kam, der ein Nachkomme Davids war. Ein Mann, der perfekt lebte und stellvertretend für David und viele andere Menschen die Todesstrafe auf sich nahm: Jesus Christus.

Die Geschichte von der Frau von Uria, Batseba, zeigt uns drei Dinge:

  1. Gott hat seinen Rettungsplan durch und mit Sündern wie David und Batseba durchgezogen. Er gebraucht selbst Ehebrecher und Mörder, um an sein Ziel zu kommen.
  2. Gott zeigt uns unsere Sünde auf. Wie er das bei David und Batseba tat, tut er das auch heute noch, vor allem durch sein heiliges Wort.
  3. David war kein perfekter König. Er war ein Mann nach dem Herzen Gottes, ja. Aber nicht, weil er so ein moralisch hochstehendes Leben geführt hatte, sondern weil er auf die Vergebung seines Gottes vertraute. Der einzig perfekte König ist der wahre „Sohn Davids“, der nicht Salomo heißt, sondern Jesus, der Messias. Und dieser kam sogar durch die verschmutzten Geschichten gefallener Menschen wie David und die Frau des Uria!

Wir dürfen uns freuen über diesen Gott. Er wirkt auch heute noch durch Sünder wie dich und mich. Und auch heute noch dürfen wir die Vergebung Gottes in Anspruch nehmen. Gott liebt uns nicht, weil wir so perfekt sind, sondern weil er so perfekt ist. Er hat durch den Stammbaum Jesu und die darin vorkommenden Frauen gezeigt, dass er selbst die schlimmsten Taten braucht. Er integriert selbst vollkommen Außenstehende in sein Volk und ist der Retter-Gott aller Menschen! Lasst uns ihn feiern!