Andachten

Das Herz meines Herrn

Martin Luther sagte einst: „Des Menschen Herz ist wie Quecksilber, jetzt da, bald anderswo, heute so, morgen anders gesinnt.“ Würdest du sagen, dies trifft auf dein Herz zu? Treibt dich dein Herz immer wieder von der einen zur anderen Seite? Ist es wie eine Meereswoge, die hin und her schwankt? Fällt es dir schwer im Herzen zur Ruhe zu kommen? Sind wir mal ehrlich, dies ist keine tolle Beschreibung eines Herzens. Wir wünschen uns nicht dass unser Herz oder das Herz meines Gegenübers in solch einem Zustand ist. Und dennoch ist das nicht selten die Realität…

Doch wie sieht das eigentlich bei Jesus aus? Wie sieht das Herz Jesu aus? Ist es ein umherschwankendes und unruhiges Herz? Ist es steinhart und unverrückbar? Matthäus 11,28-30 gibt uns eine Antwort:

Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Jesu Herz ist weder unruhig, noch unverrückbar. Jesu Herz ist sanftmütig und demütig. Es stoßt nicht ab, es lädt ein. Es bleibt nicht kalt, es fühlt mit. Es ist nicht besetzt, es ist offen für den Sünder. Das ist das Herz unseres Herrn. Es lädt ein: Kommt her zu mir! Doch wen lädt es ein? All jene, die kein „Herzproblem“ haben? Nein. Es lädt die Menschen ein, deren Herz mühselig und beladen ist. Es lädt alle Herzen ein, die drohen zusammenzubrechen, aufgrund von Kummer, Not und Sündenlast. Es lädt zu einer Erquickung ein. Jesus nimmt das Joch der Not von uns und tauscht es ein für sein Joch, welches sanft und leicht ist.

Augustinus sagte einst: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“ Dies fasst diese Verse gut zusammen. Bei Jesus findet unser Herz Ruhe. Nicht, indem wir etwas tun, sondern, indem Jesus etwas für uns trug. er trug unsere Sündenlast und gab uns ein neues Joch. Beachte: Jesus sagt nicht: Ich nehme dir dein Joch und schicke dich in den Ruhestand. Er nimmt uns stattdessen das Joch, aber gibt uns in demselben Zuge ein neues Joch mit. Unter diesem Joch sollen wir von Jesus lernen. Und dies birgt eine Verantwortung für uns. Eine Frage zum Schluss: Wie nimmst du heute diese Verantwortung wahr?