Andachten

Gottes „Verhörraum-Spiegel“

„Da sprach der HERR zum Satan: Siehe, er ist in deiner Hand! Nur schone sein Leben!“ (Hiob 2,6)

In einem guten Krimi finden sich zu mindestens einem Zeitpunkt Polizist und Verbrecher in einem Raum. Dieser ist meist dunkel belichtet, nur mit zwei Stühlen und einem Tisch ausgestattet und nicht besonders groß. Es ist ein Verhörraum, in dem die Guten die Bösen dazu bringen möchten, Informationen rauszurücken. Und an der Wand hängt ein überdimensionaler Spiegel – zumindest scheint es so.

Auf der anderen Seite dieses Spiegels befindet sich nämlich noch jemand: Der Detektiv, vielleicht ein Hauptkommissar oder weitere Einheiten der Polizei. Sie können genau beobachten und sehen, was im Raum vor sich geht. Während der „Spiegel“ zwar für die Menschen im Verhörraum das Licht reflektiert lässt er das Licht vom Nebenraum aus durch. Die Leute im Nebenraum haben also Sicht auf das Geschehen im Verhörraum, andersherum aber nicht.

In der Geschichte von Hiob finden wir eine ähnliche Situation. Hiob ist hierbei der Mann im Verhörraum. Er bekommt nicht mit, was bei Gott und seiner Besprechung mit Satan vor sich geht. Er muss zwar danach die Konsequenzen dieses Gesprächs tragen, weiß aber nicht wie es dazu gekommen ist. Gott steht im Nebenraum und hat alles im Blick. Er trifft die Entscheidungen und lässt Hiob im Ungewissen.

Unser Leben kann sich manchmal ähnlich anfühlen. Wir erleben Dinge und fragen uns, warum Gott das jetzt so gemacht hat. Und oft ist das nur ein Blick gegen einen Spiegel, durch den wir keinen tieferen Blick in Gottes Gründe erhaschen können. Das war für Hiob so und das ist auch für uns meistens so. Gott verrät uns seine Handlungsgründe meistens nicht – aber er tut etwas viel Besseres.

Anstatt Hiob am Ende seines Lebens zu sagen, warum ihn das Leid getroffen hat, macht Gott etwas anderes. Er zeigt ihm auf, wie groß er eigentlich ist und dass Hiob die Souveränität Gottes anerkennen sollte. Anstatt ihm einen Einblick in den Nebenraum zu gewähren erklärt Gott Hiob, dass er alles in der Hand hat und dieses Wissen reicht Hiob, seine eigene Unvollkommenheit anzuerkennen und Gott zu loben.

Uns darf das auch reichen. Auch wenn Dinge passieren, die komisch sind und bei denen wir uns fragen, warum Gott sie tut: Er hat alles im Griff und wird es genau so machen, wie er will. Er gibt uns meistens keinen Blick hinter den Spiegel, aber er zeigt uns durch sein Wort seine ewig gültigen Prinzipien: Er ist Gott und sonst niemand, er kann bestimmen und tut es auch, ihm dürfen wir vertrauen, weil er uns versprochen hat, alle Dinge zu unserem Besten auszuführen – wie bei Hiob auch.