Allgemein, Andachten

Gott offenbart sich – scheibchenweise

„Und Gott redete zu Mose und sprach zu ihm: Ich bin Jahwe. Ich bin Abraham, Isaak und Jakob erschienen als Gott, der Allmächtige; aber mit meinem Namen Jahwe habe ich mich ihnen nicht zu erkennen gegeben.“ (2. Mose 6,2-3)

„Was weißt du alles über Gott?“ – „Nun ja, er ist die Liebe, er ist gnädig. Er ist aber auch zornig und gerecht. Er ist ewig, dreieinig, unsichtbar, allgegenwärtig, wahrhaftig und vollkommen gut. Er hat die Welt geschaffen und alles was darauf ist, er ist der Richter und der Geber alles Guten. Er ist heilig, König aller König, Vater seiner Kinder, usw…“

Müsstest du jemandem diese Frage beantworten könntest du sicher auch einige Minuten oder Stunden füllen, in denen du erklärst, wie Gott ist. Wir können als Christen über Gottes Eigenschaften, sein Handeln und sein Erhalten in dieser Welt reden und wissen viel von ihm. Und das ist auch gut so: Gott selbst schenkt uns ja erst die Erkenntnis über ihn. Alles, was wir von ihm wissen, wissen wir im wahrsten Sinn des Wortes von ihm. Er gibt uns Einsicht in sein eigenes Wesen, indem er uns durch sein Wort, die Bibel, zeigt, wie er ist. Und eine Sache ist mir letztens beim Bibel lesen aufgefallen (ich lese sie gerade in einem Jahr chronologisch durch): Gott gibt sich stückhaft, scheibchenweise zu erkennen.

In unseren Versen aus dem zweiten Buch Mose spricht Gott zu Mose und erklärt ihm, wer er ist. Er offenbart sich ihm mit seinem Namen: Jahwe. Dieser Name war spezifisch für den Gott Israels, durch diesen Namen konnte er von allen anderen Göttern anderer Nationen unterschieden werden. Er war so bedeutend und heilig für die Juden, dass sie ihn nicht ausgesprochen haben. Vor dieser Begegnung mit Mose hatte er sich Abraham, Isaak und Jakob offenbart – aber nie mit seinem besonderen Namen. Er wurde „El-Shaddai“ (bedeutet soviel wie „der Allmächtige“) genannt, ein Name, der wohl auch anderen Göttern gehört haben mag. Doch jetzt gibt Gott von sich selbst ein wenig mehr preis: Seinen Namen.

Im Laufe der Bibel gibt Gott immer mehr von sich zu erkennen. Nicht nur weitere Namen kommen dazu, auch viele Metaphern, Handlungen, Adjektive und Eigenschaften zeigen immer mehr, wer Gott ist. Und dann offenbart er sich ultimativ im Neuen Testament, in dem er selbst Mensch wird und auf diese Erde kommt. Er bringt die Offenbarung seiner Selbst zu einem vorzeitigen Ende, indem er durch seinen Geist alles aufschreiben lässt, was wir von ihm und seiner Person wissen müssen: Die 66 Bücher von 1. Mose bis zur Offenbarung.

Dieses Prinzip der fortschreitenden Offenbarung Gottes ist interessant: Im Laufe unserer irdischen Zeit (an die Gott nicht gebunden ist) gibt er immer mehr Einblick in sein eigenes Wesen. Das bedeutet nicht, dass Gott sich verändert hätte (das wäre auch nicht gut, weil Gott ja perfekt ist und daher keiner Veränderung unterliegt), sondern dass er einfach zu verschiedener Zeit immer ein wenig mehr von sich gezeigt hat – und das macht er nicht nur im Schreiben seines Wortes so, sondern auch heute in unserem Leben.

Egal wie lang du über Gott reden kannst und auf die am Anfang gestellte Frage antworten kannst – in ein paar Jahren kannst du hoffentlich noch ein wenig mehr sagen. Gott offenbart sich auch uns immer mehr, je länger wir mit ihm unterwegs sind und uns mit ihm beschäftigen (was nicht unbedingt das Gleiche ist wie unser zunehmendes Alter). Wir können nicht erwarten, morgen alles über Gott zu wissen. Die Bibel ist so tiefgehend, dass selbst der „beste Christ“ mit 100 Jahren Lebenszeit nie auf dem Boden der Gotteserkenntnis ankommt. Und auch im Himmel werden wir uns noch ewig daran erfreuen, Gott mehr und tiefer zu erkennen.

Was für eine Gnade, dass Gott sich uns überhaupt zu erkennen gibt. Lasst uns mehr daran erfreuen und unsere Zeit mehr da rein investieren: Ihn zu erkennen!