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Gastbeitrag: Psalm 130 | 1/4

„Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir. Herr, höre meine Stimme! Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens!“ (Psalm 130, 1-2)

Der Psalmist gibt uns im Psalm 130 Anweisungen, wie wir unser geistliches Leben gestalten sollen. In den ersten beiden Versen geht es vor allem darum, welche Haltung wir Gott gegenüber haben sollen. Wir sollen bedenken, wer der Mensch ist und wie er vor Gott steht. Der Schreiber dieses Psalms scheint sehr gut zu wissen, wer Gott ist, denn er spricht ihn, im Hebräischen, mit verschiedenen Namen an. Darum sollten auch wir uns mit der Frage beschäftigen, wer Gott ist.

Denk darüber nach: führe dir vor Augen, wer Gott ist. Wie unendlich groß und mächtig er ist. Er, der mit seinen Worten allein die Welt und das All aus dem Nichts geschaffen hat. Er, der durch sein mächtiges Wort alles zusammenhält, was ist. Wie unglaublich klein und verletzlich sind wir Menschen vor diesem hocherhabenen Gott? Die Bibel spricht davon, dass wir wie Staub sind. Mit diesem Bewusstsein sollen wir zu Gott kommen: aus der Tiefe. 

Unser Rufen soll sich an Gott richten, der sich aus seiner großen Liebe um uns kümmern wird, wenn wir aufrichtig und mit einem demütigen Herz zu ihm kommen. Der Psalmist weiß, woher ihm Hilfe kommen kann. Er weiß, dass niemand anderes retten kann, außer Gott allein. Er hat seinen Sohn gegeben, damit wir aus der Tiefe erhöht werden und Gemeinschaft mit dem Vater haben können. Das tat er nicht, weil wir Anspruch auf die Rettung hätten, sondern allein, weil es IHM gefällt.

Dieser Psalm ist auch eine gute Vorlage für deine persönliche Andacht und Gebet. Komme demütig zu Gott und bitte ihn, dir deine «Tiefe» aufzuzeigen. Wir sind tagtäglich auf seine Gnade angewiesen. Er wird dir durch sein Wort und seinen Geist aufzeigen, welche Schwächen und Fehler du hast. So darfst du ihm immer wieder bekennen, dass du ohne ihn nichts kannst. Bitte ihn, dir Kraft zu geben, dass du mehr und mehr in das Bild seines geliebten Sohnes verändert wirst.

Dem Psalmist ist seine Tiefe äußerst bewusst, denn er fleht zu Gott. Wann war das letzte Mal, dass du zu Gott gefleht oder geschrien hast? Beim Psalmisten könnte es sich hier auch um eine akute Schwierigkeit handeln, in welcher er steckt. In der Not sollen wir zu ihm kommen und wir dürfen unsere Emotionen mitnehmen und vor Gott zeigen. Das gehört zu einer lebendigen Beziehung.

Lasst uns gemeinsam staunen über seine Gnade, dass wir eine Beziehung zu diesem herrlichen Gott haben dürfen. Lass uns IHN anbeten und in Demut und großer Ehrfurcht vor IHN kommen. Er wird uns erretten aus unserer Not.

Diese Andacht hat André Freiburghaus geschrieben. André ist verlobt, er hat 3 Jahre Theologie studiert und bereitet sich für einen Langzeitmissionseinsatz in Papua-Neuguinea vor.