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Gastbeitrag: Verflucht sei…

„6 Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium, 7 ⟨wo⟩ es ⟨doch⟩ kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus umkehren. 8 Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht!“ (Gal 1,6-8) 

Die Gemeinde Jesu erlebte schon seit der Apostelzeit Anfechtungen. Neben direkter Christenverfolgung wurde dabei immer auch schon die biblische Lehre angegriffen. So war das auch in Galatien. In Vers 6 nennt Paulus uns das Stichwort der „Abkehr“; der Apostel befürchtete die Ab- und gleichzeitige Hinwendung zu einem „anderen Evangelium“. Später sollte er ausrufen: „Siehe, ich, Paulus, sage euch, dass Christus euch nichts nützen wird, wenn ihr euch beschneiden lasst(Gal 5,2).“ Es ist äußerst bemerkenswert, dass Paulus hier direkt vom „Evangelium“ spricht: Die besondere Gefahr der Irrlehren lag vor allem darin begründet, dass sie vorgaben, selber eine „frohe Botschaft“ zu sein. Der Apostel Johannes warnte ausdrücklich: „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen (1Joh 1,4).“ 

Paulus beschreibt die falschen Propheten als Menschen, die Christen „verwirren“ und das wahre „Evangelium des Christus umkehren“ (V.7), d.h. in einen pervertierten und falschen Sinn verkehren. Sie predigen einen Christus, der letztlich nicht genügt; einen Weg der Errettung, der an bestimmte Werke (z.B. die Beschneidung) gekoppelt ist. Dabei ist das Evangelium „Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden“ (Röm 1,16); die reformatorische Grunderkenntnis des „sola Fide“ (allein durch Glauben) folgte auf den eindeutigen biblischen Befund, wie er uns bereits im Alten Testament angekündigt wurde, denn Abraham „glaubte dem HERRN; und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an (1Mose 15,6).“Das wahre Evangelium ist eine frohe Botschaft, weil Gott in Christus alles vollbrachte, um unser Heil für alle Ewigkeiten sicherzustellen. So wird der Mensch aufgrund von Gottes Gnade mittels des Glaubens an Jesus Christus und nicht aufgrund eigener Werke oder Anstrengungen gerettet (vgl. Röm 3,24; 4,1-8; 5,1; Eph 2,8.9). 

Ganz gleich wie „christlich“, „biblisch“ und „richtig“ sich eine Lehre auch anhören mag: entscheidend ist, ob sie Christus als den wirklichen Erlöser und Retter proklamiert, wie er uns in der Schrift begegnet. Manchmal deklarieren Irrlehren Christus als „Anfänger“, aber nicht als „Vollender“ unseres Glaubens (vgl. Hebr 12,2). Für einen Menschen, der so etwas lehrt und der Rettung in Christus weitere Bedingungen hinzufügt, die von menschlicher Seite erbracht werden müssen, behält Paulus in Vers 8 folgende, unmissverständliche Worte übrig: „Er sei verflucht!“

Ganz gleich wie „christlich“, „biblisch“ und „richtig“ sich eine Lehre auch anhören mag: entscheidend ist, ob sie Christus als den wirklichen Erlöser und Retter proklamiert, wie er uns in der Schrift begegnet.

  • Wo steht die Gemeinde Jesu heute in Gefahr, dass Erlösungswerk des Herrn Jesus Christus zu verzerren? 
  • Welche zusätzlichen Bedingungen werden Menschen auferlegt, um die Vergebung von Sünden zu empfangen? 
  • Wie ernst nehmen wir eine „Umkehrung“ des Evangeliums? 

Diese Andacht stammt von Christian Chimaras, meinem Traineekollegen der FeG-München-Mitte.