Andachten

Was dich nicht umbringt…

Sicher hast du schon Mal diesen Satz gehört oder vielleicht auch schon verwendet: Was dich nicht umbringt, macht dich nur stärker. Er wird Friedrich Nietzsche, erinem der bedeutendsten Philosophen, zugeschrieben. Joseph Goebbels, der die bekannte Frage „Wollt ihr den totalen Krieg?“ äußerte, machte sich dieses „Prinzip“ Nietzsches zu eigen, wenn er erklärte, dass Rückschläge im Krieg dem Volk neue Kräfte verleihen würden. Auch bewirkt ein Eisbad, wenngleich manche so etwas als lebensmüde Aktion beschimpfen würden, dass das Blutkreislauf System gestärkt wird.

Dieses Prinzip ist der Bibel nicht fremd. Jakobus geht mit seinen Anfangsgedanken aus seinem Brief in eine ähnliche Richtung. Er schreibt: Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet, da ihr ja wißt, daß die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt. (Jakobus 1,2-3). Eine Anfechtung, also etwas, dass dir vermeintlichen Schaden zufügt, dich unglaublich herausfordert oder dich in irgendeiner Weise angreift (Todesfall in der Familie, Jobverlust, extrem beschämende Situation, weil sich jemand über dich als Christen lustig macht etc.), ist paradoxerweise Anlass zur Freude.

Das wird niemand verstehen, der kein radikal gottzentriertes Leben führt. Jemand, dessen hart umkämpftes Ziel es ist, in seinem Job oder beim Sport, bei der Musik, selbst in der akademischen Theologie der beste zu sein oder der um jeden Preis eine glückliche und gesunde Familie haben will, der wird kaum begreifen wie Jakobus so etwas von sich geben kann. Ein Jobverlust wird einen nicht stärken, wenn das größte Ziel war, ordentlich Geld zu machen. Aber wenn eine Person sich zum Lebensmotto gesetzt hat: „Ich möchte um jeden Preis – und es gibt in dieser Welt wirklich nichts, was ich mehr will – meinem Gott, der mich aus reiner Gnade gerettet hat, Ehre bringen, ihn loben, Preisen und verherrlichen; wie hart das auch sein mag; wie viel es auch Kosten mag; und wie viele Rückschläge auch immer damit verbunden sind.“, diese Person wird verstehen, dass Anfechtungen eine Sache sind, über die man sich im Endeffekt sogar freuen darf.

Warum? Sie machen einen stärker. Sie sind von Gott nicht beabsichtigt, um uns umzubringen, sondern um unsere Glauben zu bewähren und Ausharren zutage zu fördern. Und das ist ein unbezahlbarer Effekt: ein starker, fester, reiner, geläuterter und geprüfter Glaube. Gott drückt uns manchmal wie einen Schwamm aus; wir ziehen uns zusammen und winden uns vielleicht vor Schmerz. Aber heraus fließt ein edler, kostbarer, destillierter und bewährter Glaube, der Gott ehrt. So war es bei Abraham (nachzulesen in 1. Mose 22 oder Römer 4). Nimm das Prinzip Jakobus mit in diesen Tag und erlebe, wie Gott dich stärker machen möchte.