Andachten

Gott gegenüber neutral sein?!

Der „Durchschnitts-Mensch“, den man auf der Straße antrifft glaubt mindestens zwei Sachen: Erstens, er ist ein guter Mensch und zweitens, er ist Gott gegenüber neutral eingestellt. Er findet es okay, dass Menschen an ihn glauben, glaubt aber selbst nicht dran. Aber hey, er ist neutral, er hat weder etwas gegen Gott noch ist er ihm besonders zugeneigt.

Beide Überzeugungen werden von der Schrift deutlich auseinandergenommen: Auch euch, die ihr einst entfremdet und feindlich gesinnt wart in den bösen Werken, hat er jetzt versöhnt (Kolosser 1,21).

Das hört sich nicht nach Neutralität an. Das hört sich nach einer mit ordentlicher Spannung geladenen Beziehung an. Da sind nicht zwei friedliche Parteien, die sich weder nicht leiden können noch einander lieben. Es sind Feinde. Der Mensch war Gott gegenüber feindlich eingestellt. Der Mensch ist ein Schurke, der ständig darauf achtet, wie er Gott den nächsten Stich versetzen, den nächsten Faustschlag verpassen und den nächsten Spottruf äußern kann.

Du fragst dich – wie wahrscheinlich ziemlich viele Nichtchristen und Christen – inwiefern der Mensch das tut. Der Mensch will doch nur friedlich in dieser Welt in Eintracht mit den anderen Menschen leben oder? Hier sind ein paar Beispiele, wie der Mensch das macht: Indem er den Schöpfer nicht preist und ihm nicht dankt, was er schlicht und ergreifend tun sollte (Röm 1,20); indem er ihn nicht liebt und zwar mit allem, was in ihm steckt – welch himmelschreiendes Unrecht (5. Mose 6,5); indem er Schändlichkeit, albernes Geschwätz und Witzeleien von sich gibt und dabei die Danksagung vernachlässigt, was ungeheuerlich ist (Eph 5,4); indem er Götzen anbetet (z.B. dem Geld) (Eph 5,5) etc.

Das waren nur mal einige wenige Dinge, wie sich die Freundschaft Gott gegenüber ausdrückt. Das ist definitiv keine Neutralität. Diese ist nämlich gar nicht möglich. Entweder der Mensch dient Gott, oder er ist sein Feind. Was meint ihr denn, wie Gott es findet, wenn er dem Menschen – diesem Würmchen im Vergleich zu Ihm selbst – etwas aufträgt, und der Mensch seine Zeit mit nichts anderem verbringt, als neue Möglichkeiten zu erfinden, wie er diese Aufträge oder Gebote noch besser brechen kann (Röm 1,30)?

Er sollte sie ein für alle Mal dorthin schicken, wo es nur noch Schmerz, Qual und Schrecken gibt. Das würde aber bedeuten, dass du und ich da auch hingehen sollten. Wie prächtig ist es doch dann zu wissen, dass Christus uns Feinde mit Gott versöhnt hat (Kol 1,21)! Anstatt Qual erwartet uns Erquickung; Ehre anstatt Drangsal; Herrlichkeit anstatt Grimm; der Herr erschreckt uns nicht sondern erfreut uns; er spendet uns Gnade anstatt seinen rot-glühenden Zorn über uns auszuschütten. Da fehlen einem die Worte…