Andachten

3 Lektionen aus dem Frauenbuch: #1

In der alttestamentlichen Wissenschaft wird das Buch Rut gerne als „Frauenbuch“ bezeichnet. Rut ist wirklich eine der faszinierendsten Personen der ganzen Bibel. Dieses Buch ist eines, das man immer wieder gerne liest. Es ist aber bei weitem nicht nur eine nette Geschichte über eine vorbildliche Frau, sondern dieses Buch enthält äußerst wertvolle Lektionen, die du und ich uns zu Herzen nehmen können.

#Lektion 1: Besser im Elend bei dem Gott Israels als im Wohlergehen bei andern Göttern.

Es ist schon interessant, dass Rut einfach so alles hinter sich lässt, um mit Noomi zu gehen und deren Volk und Gott zu ihren zu machen. Wie kann das sein? Das scheint unvernünftig. Es war ja so, dass Rut eigentlich nur Negatives von dem Gott Israels mitbekommen hatte. Noomi sagte ja schließlich selbst: „Der Allmächtige hat mir viel Bitteres getan“ (Rut 1,21). Deswegen wollte sie auch, dass man sie „Mara“ (bed. bitter) nennt. Das sagt sie nicht nur einmal, sondern mehrmals: „der Allmächtige hat mich betrübt“; „des Herrn Hand ist gegen mich“ (Rut 1,20.13). Ferner ist da noch der Umstand, dass Noomi und Elimelech ja gerade wegen einer Hungersnot aus ihrem Land ausgezogen sind. So gut scheint also dieser Gott Israels gar nicht für sie zu sorgen.

Und doch äußert Rut später den berühmten Spruch: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.“ (Rut 1,16). Sie erklärt sogar, dass sie dort sterben möchte wo Noomi stirbt. Rut löst sich mit diesem Schritt aus Familie, Sippe, Volk und Religion, zerschnitt mit dem Hinweis auf das Grab die Verbindung mit den Ahnen, in einer animistischen Gesellschaft ein schreckliches Vergehen, und verzichtete auf Rechtsschutz, Rückhalt und Versorgung, die nur der Volksverband bot. Stattdessen begibt sie ihr Schicksal in die Hand des Gottes Israels. Sie muss erkannt haben, dass es viel besser ist, sich in den Armen dieses Gottes zu wissen – wie schlecht die Umstände auch immer sein mögen – als ohne diesen Gott ein „schönes“ Leben zu führen.

Das darf uns eine Lektion sein. Satan mag uns einflüstern, dass es sich doch nicht lohnt, diesem Gott anzuhangen. Was hat man schon davon? Viele Christen müssten um ihres Glaubens willen sterben; sie haben wirtschaftliche Nachteile; gesellschaftliche Ausgrenzung ist oft die Folge von einer Hinkehr zu Christus; wer an die Auferstehung Jesu Christi glaubt, ist sich oft Spott und Häme sicher. Doch das Buch Rut ruft uns, salopp gesagt, zu: „Na und?“ „Solange ich Gott habe, als meinen Teil, ist mir alles andere unwichtig. Mehr als Ihn brauch ich nicht“. So wird Rut ein wunderbares Zeugnis dessen, was es heißt, wenn jemand sagt: Besser im Elend bei dem Gott Israels als im Wohlergehen bei anderen Göttern.