Andachten

Langsam reden – langsamer Zorn

„Ihr sollt wissen, meine lieben Brüder: Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ (Jakobus 1,19)

Jakobus zeigt uns auf, wie immens wichtig es ist, erst einmal hinzuhören, bevor man anfängt zu reden. Im Kontext geht es hier aber nicht nur um eine zwischenmenschliche Sache, sondern um Gottes Wort, das wir hören und aufnehmen sollen (1,21). Und deshalb ist es so wichtig, was Jakobus hier macht: Er zeigt uns auf, was unsere natürliche Reaktion auf das Hören von Gottes Wort ist.

Stell dir einmal vor, du hast Sünde in deinem Leben (keine so schwierige Vorstellung wahrscheinlich). Und jetzt kommt jemand zu dir und spricht diese Sünde an: „Hey, du solltest dringend über dein Verhalten Buße tun, denn es widerspricht Gottes Wort und damit seinem Willen.“ Was wäre deine erste Reaktion?

Jakobus deckt die normale menschliche Reaktion auf: Es ist ein schnelles Reden und Zorn. Normalerweise wirst du versuchen, dich zu erklären und zu rechtfertigen. Wir erfinden vor uns und andern (und vor allem dem Wort Gottes gegenüber) alle möglichen Ausreden und Begründungen für unser Fehlverhalten. Wir wehren uns mit Händen und Füßen gegen das Anerkennen und Annehmen von Gottes Wort. Und wenn die Person, die uns ins Leben spricht, dann davon nicht ablässt, werden wir sie in letzter Konsequenz aus unserem Leben verstoßen und sind zornig auf sie.

Jakobus fordert uns zu etwas anderem auf: Wir sollen das Wort Gottes hören und aufnehmen. Wir sollen langsam zum Reden und langsam zum Zorn sein, nicht anders herum. Wir sollen das Wort mit Sanftmut aufnehmen statt uns mit Selbsterklärungen und Zorn gegen sein Wort zu stemmen. Wenn also das nächste Mal jemand zu dir kommt und dir Gottes Wort in dein Leben spricht (in einer Predigt, der Seelsorge, einem persönlichen Gespräch, oder Gott einfach durch sein Wort in deiner stillen Zeit mit ihm) darf deine erste Reaktion ein hörendes und demütiges Herz sein, das sich die Frage stellt: Wo will Gott mich hier gerade korrigieren und wie kann der Wille Gottes meine Sünde aufdecken?

Mit diesen Dingen darfst du dann zu Gott kommen und ihn um Vergebung bitten. Und weißt du was? Als sein Kind hat er es dir schon vergeben und sein Sohn hat bereits für diese Schuld bezahlt.