Andachten

Was jeder Mensch hören muss

„Petrus aber tat den Mund auf und sprach: In Wahrheit begreife ich, dass Gott die Person nicht ansieht, sondern in jeder Nation ist, wer ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, ihm angenehm. Das Wort, das er den Söhnen Israels gesandt hat, indem er Frieden verkündigte durch Jesus Christus – dieser ist aller Herr – kennt ihr, die Sache, die, angefangen von Galiläa, durch ganz Judäa hin geschehen ist, nach der Taufe, die Johannes predigte: … “ (Apostelgeschichte 10,34-37)

Heute glauben viele Menschen, dass sie sich durch ihre eigene Frömmigkeit vor Gott in ein besseres Licht rücken können, wenn sie einmal vor ihm stehen werden. Sie sind davon überzeugt, dass ihre „guten Werke“ sie im Gericht bestehen lassen werden. Warum sich also die Mühe machen und sich mit dieser umstrittenen Person Jesus auseinandersetzen, wenn man doch regelmäßig spendet, betet und in die Kirche geht? Das hätte sich auch der römische Hauptmann Kornelius fragen können, als dieser von einem Engel den Auftrag bekam den Apostel Petrus aus Joppe holen zu lassen. Hatte der Engel ihm nicht bestätigt, dass er fromm und gottesfürchtig sei? Doch ungeachtet seiner guten Werke, ist Kornelius gehorsam und schickt sogleich einige Männer los, um Petrus zu sich zu holen.

Während sich diese Männer am nächsten Tag von Cäsarea nach Joppe aufmachen, ist Gott bereits dabei seinen Apostel auf diese große Aufgabe, dass Evangelium auch den Heiden zu verkündigen, vorzubereiten. Um seinem Diener klarzumachen, dass er von Anfang an nicht nur Juden, sondern auch Heiden in seinem Heilsplan eingeschlossen hatte, gebraucht Gott die Problematik des Essens von unreinen Tieren. Als vorbildlich erzogener Jude wusste Petrus nämlich ganz genau was er essen durfte und was nicht und obwohl Jesus höchstpersönlich alle Speisen für rein erklärt hatte (Mk 7,19), war dieses Verbot so tief in ihm verwurzelt, dass Gott ihn, in der Vision mit den unreinen Tieren im leinenen Tuch, drei Mal zum Essen der unreinen Tiere auffordern muss. War das Speisegebot bezüglich der unreinen Tiere für einen Juden wichtig, dann war es das Verbot bezüglich des Umgangs mit Heiden gleich zweimal. Und so stellt sich beim Lesen der Begebenheit die Frage, welches wohl von beidem das größere Wunder ist, dass ein Heide nach Gott sucht oder dass ein Jude bereit ist, einem unreinen Heiden Gottes Wort zu verkündigen?

Doch genauso wenig wie Kornelius auf seine guten Werke vertraute, statt dem Engel zu gehorchen, hält Petrus auch nicht an seinen Traditionen fest, mit denen er erzogen wurde, sondern ist der Stimme des Heiligen Geistes gehorsam, der ihn auffordert mit den Gesandten des Kornelius mitzugehen. So wird Petrus zu dem ersten Apostel, der im Haus eines Römers vor versammelter Heidenschar Jesus Christus predigt, weil er erkannt hat, dass Gott nicht nur die Juden, sondern auch die Heiden zum Heil berufen hat!

Und so berichtet Petrus seinen Zuhörern vom Leben, Sterben und Auferstehen Jesu, dass er selbst zu den Augenzeugen dieser Ereignisse gehört, dass dieser Jesus, Herr über alle, der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist und dass in diesem Gericht kein Mensch, und mag er noch so fromm sein, bestehen wird, da kein Mensch von sich sagen kann, dass er sündlos sei. Doch die Geschichte von Jesus endet Gott sei Dank nicht an dieser Stelle, denn Petrus fährt mit Vers 43 fort:

Diesem (Jesus) geben alle Propheten Zeugnis, dass jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen.


Genau das ist es, was ein Mensch hören muss, damit er dem zukünftigen Gericht entfliehen kann. Es steht einfach zu viel auf dem Spiel, als dass wir eine abgespeckte oder geschönte Version daraus machen könnten. Denn niemand wird an der Person Jesus vorbeikommen. Einmal wird jeder Mensch ihm begegnen, wenn Christus auf dem Richterstuhl sitzen wird und die Frage die dann entscheidend sein wird, ist, ob wir uns in diesem Leben allein auf Christus oder ob wir auf unsere eigene Frömmigkeit vertraut haben?