Andachten

Hoffnungsstrahlen zwischen dunklen Wolken (2/10)

Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! (Offenbarung 21,5)

In 1. Mose 1,28 sehen wir das erste Mal in der Bibel, dass Gott zum Menschen spricht. In diesem ersten „Gespräch“ erhält der Mensch fünf Aufforderungen. Eine dieser Aufforderungen ist: „herrscht!“ Im Ebenbild Gottes geschaffen, soll der Mensch über die Erde herrschen. „Herrschen“ ist heutzutage oftmals negativ behaftet. Es gab in der Geschichte nur all zu viele Herrscher, die ihre Macht ausnutzten und zu Despoten wurden. Doch wenn Gott zum Herrschen auffordert meint er nicht ein Herrschen mit Gewalt oder Grausamkeit, sondern ein Herrschen, nach seinem Geschmack. Er selbst ist der uneingeschränkte Herrscher, der alles überblickt, der sich um seine Schöpfung sorgt, dessen Vorhersehung souverän ist. Der Mensch sollte Gottes Vorbild folgen und sich in dem von Gott gesetzten Rahmen um die Schöpfung kümmern. Doch Adam und Eva übertreten den Rahmen und fallen dadurch in Sünde. Sie versagen in ihrer Rolle als gute Herrscher und das Erdreich muss bis heute aufgrund der Sünde seufzen. Es ist eine Tragödie mit verheerenden Folgen, welche auch nach einigen Jahrtausenden immer noch bestehen.

Doch im zweitletzten Kapitel der Bibel wird eine Lösung für diese Tragödie vorgeschlagen; nein, nicht nur vorgeschlagen, sondern festgelegt. Unser Gott, der auf dem Thron sitzt, spricht: Siehe, ich mache alles neu! Die Welt ist vergleichbar mit einem großen Haus. Gott erbaute dieses Haus und es war wunderschön. Doch durch die Sünde des Menschen wurde es äußerst hässlich. Unordnung, Zerfall und Zerbruch prägten dieses Haus fortan. Doch Gott verspricht dieses Haus einmal von Grund auf neu zu renovieren. All die Hässlichkeit, aller Schimmel und Zerbruch werden entfernt und die perfekte Schönheit, die einst bestand, wird wieder in neuem Glanz sichtbar sein – für immer.

Gott stellt diese zukünftige Realität jedoch nicht einfach nur dar, sondern setzt ihr auch eine Aufforderung voran: Siehe! Er richtet diese Aufforderung direkt an uns. Das zeigt uns, dass diese zukünftige Realität nicht fern von uns ist (auch wenn sie zeitlich sehr wohl noch fern sein kann), sondern, dass sie bereits jetzt eine Relevanz für unser Leben hat. Und diese Relevanz lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Hoffnung! Unser Leben fühlt sich immer wieder, wie ein Haus an, welches von Zerfall geprägt ist. Wir trauern, wir werden enttäuscht, wir versagen und fühlen uns manchmal fern von Gott. Wir seufzen, wenn wir feststellen, dass wir inmitten einer zerrütteten Welt leben und wir von dieser Zerrüttung nicht verschont bleiben. Doch ein Blick in die Zukunft gibt uns Hoffnung. Ein Blick auf das Versprechen Gottes gibt uns Kraft für den heutigen Tag. Die Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, lindert den Schmerz, den wir auf dieser zerrütteten Erde derzeit erleben.

So wirst du in deinen heutigen Schwierigkeiten, in deinem Leid und in deiner Schwachheit aufgefordert: Siehe, was unser Gott einmal für dich bereiten wird!