Andachten

Lebst du noch oder stirbst du schon?

„Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, wird es retten. Denn was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und sein Leben einzubüßen? Denn was könnte ein Mensch als Lösegeld für sein Leben geben? Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.“ (Markus 8,34-38)

Die Begebenheit von Petrus und Kornelius in der Apostelgeschichte und die damit verbundene offizielle Aufnahme der Heiden in die, bis dahin fast ausschließlich aus Juden bestehende, Gemeinde führte uns zu der Frage, woran man sehen kann, ob ein Mensch wirklich den Heiligen Geist empfangen hat und gläubig geworden ist, wenn bei seiner Umkehr derjenige nicht sofort anfängt, Gott in fremden Sprachen zu loben, wie es bei den Versammelten im Haus des Kornelius der Fall gewesen war? Als Antwort auf diese Frage sahen wir in Kapitel 11,1 dass die Heiden nicht als Gläubige bezeichnet wurden, weil sie in fremden Sprachen geredet, sondern weil sie das Wort Gottes angenommen hatten, welches ihnen von Petrus gepredigt wurde. Nun könnte man aber weiter fragen, woran denn ersichtlich wird, dass jemand das Wort Gottes angenommen hat? Reicht es einfach aus, wenn die Person von sich behauptet, dass sie die Dinge in der Bibel für wahr hält? Um diese wichtige Frage nicht zu übergehen, will ich einen kurzen Exkurs zu Markus 8 machen, ehe wir in der Apostelgeschichte 11 fortfahren.

Nachdem Jesus über seine Leiden am Ende seines Lebens gesprochen und Petrus zurechtgewiesen hatte, als dieser ihm widersprach, ruft Jesus nun seine Jünger und die Volksmenge zusammen, um ihnen klarzumachen, was untrennbar mit einem Leben in der Nachfolge zusammenhängt. Wie sieht also das Leben eines Menschen aus, nachdem er das Wort Gottes angenommen hat und sich somit ganz auf Jesus, als auf die einzig maßgebende Wahrheit, verlässt? Jesus spricht von dieser Person als von jemandem, der sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und sein Leben verlieren wird. Das bedeutet, dass ein Christ nicht mehr seinem eigenen Willen folgt, sondern nach dem Willen Gottes fragt, um Gott gehorsam zu sein. Diese Person wird ihr ganzes Leben Jesus zur Verfügung stellen und das vergängliche Leben freudig hingeben, indem sie ihr Kreuz auf sich nimmt und zur eigenen Hinrichtungsstätte dem sicheren Tod entgegengeht, um am Ende das ewige Leben zu gewinnen. Sie wird nicht nach den Dingen dieser Welt, wie Reichtum, Ansehen oder Macht verlangen, sondern ihr größtes Anliegen werden die Angelegenheiten des Reiches Gottes sein. Wenn Jesus einem Menschen neues Leben geschenkt hat, wird der Person klar werden, dass selbst dann, wenn ihr die ganze Welt gehören würde, sie sich damit dennoch nicht in Gottes Gericht freikaufen können wird und so wird sie ihre ganze Hoffnung auf Jesus setzen.

Paulus selbst wird uns in der Apostelgeschichte von nun an als ein eindrückliches Vorbild dieser Gesinnung dienen. Er war jemand, der sein ganzes Leben Jesus zur Verfügung gestellt hatte, der sich nicht zu schade war, Verfolgung, Schläge und allerlei Entbehrungen aufgrund des Evangeliums zu erdulden, um letztlich den Märtyrertod zu sterben. Doch Paulus verlor sein Leben nicht erst in Rom, er hatte es bereits in Damaskus verloren, als er es in die guten Hände Jesu übergeben hatte.
Wir können also festhalten, dass die Art und Weise, wie ein Mensch lebt und welche Beziehung er zu Jesus hat, ein deutliches Bild von der Realität in seinem Herzen zeichnen wird. Auch wenn es stimmt, dass wir nicht in jeder Situation perfekt diesen hohen Anforderungen Jesu gerecht werden und immer wieder unserem Willen nachgeben oder in Situationen schweigen, statt Jesus zu bezeugen, werden wir sehen, wie Gott uns immer mehr verändern und befähigen wird als treue Nachfolger seinen großen Fußspuren zu folgen.