Andachten

Wenn Gott Gebete erhört..

„Um jene Zeit aber legte Herodes, der König, Hand an einige von der Gemeinde, sie zu misshandeln; er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert. Und als er sah, dass es den Juden gefiel, ließ er weiterhin auch Petrus festnehmen – es waren aber die Tage der ungesäuerten Brote. Den setzte er auch, nachdem er ihn ergriffen hatte, ins Gefängnis und übergab ihn an vier Abteilungen von je vier Soldaten zur Bewachung, wobei er beabsichtigte, ihn nach dem Passah dem Volk vorzuführen. Petrus nun wurde im Gefängnis verwahrt; aber von der Gemeinde geschah ein anhaltendes Gebet für ihn zu Gott.“ (Apostelgeschichte 12,1-5)

Gerade eben noch voller Freude über Gottes angefangenes Wirken in Antiochia, nun der nächste Tiefschlag, den die Gemeinde wegstecken muss. Jakobus, der Bruder des Johannes, in einem Scheinprozess hingerichtet, Petrus gefangengenommen und weggesperrt, um das gleiche Schicksal zu teilen. Hört das denn niemals auf? Gibt es denn keine Ruhe, keinen Frieden für die Gemeinde im ersten Jahrhundert nach Christus?
Nur weil Herodes, der Enkel des Kindermörders zur Zeit Jesu, gesehen hat, dass er den Juden eine Freude machen kann, wenn er Führungspersönlichkeiten der Gemeinde hinrichten lässt und ihm viel daran liegt mit den Juden keinen Ärger zu bekommen, findet sich Petrus im Gefängnis zwischen vier Wachen wieder, um auf seinen Hinrichtungsprozess zu warten.

Und obwohl es menschlich gesehen keine Chance auf Rettung gab, war Petrus nicht besorgt, was der nächste Tag bringen würde und es hielt ihn auch nicht der Gedanke wach, es könnte ihm ähnlich ergehen wie zuvor dem Jakobus, sondern er lag da und schlief. Ja er schlief sogar so fest, dass ihn der Engel an die Seite schlagen musste, damit dieser aufwachte. Was für ein Geschenk Gottes, wenn man im Angesicht des sicheren Todes voll und ganz in Gott seinen Frieden finden und seine Seele zur Ruhe bringen kann. Allerdings ist nicht nur das Verhalten des Petrus bemerkenswert, sondern ebenso das der Gemeinde. Diejenigen, die in Ruhe in ihren Betten hätten schlafen können, gönnen sich keine Ruhe, sondern nutzen die, aufgrund der Festtage, gewonnene Zeit, um für Petrus anhaltend Fürbitte zu tun. Und Gott erhört ihre Gebete!

Doch immer dann, wenn Gott mit seiner Souveränität, Allmacht und absoluter Weisheit in das Leben seiner Kinder eingreift, kommen wir mit unseren so beschränkten Fähigkeiten schnell an unsere Grenzen und was dann bleibt, ist die Frage nach dem Warum. Warum rettet Gott den Petrus aber nicht den Jakobus, für den sicherlich ebenso ernstlich und anhaltend gebetet wurde? Warum heilt Gott den einen von seiner schlimmen Krankheit und den anderen nicht, wo doch beide Familien in gleicher Weise zu Gott um Heilung flehen? Warum schenkt Gott dem einen den ersehnten Ehepartner und eine Familie und dem anderen nicht, wenn doch beide mit aufrichtigem Herzen Gott darum bitten? Warum? – Weil Gott sich dazu entscheiden hat, weil er absolut frei ist zu tun was immer ihm gefällt und weil er es kann. Diese Wahrheit ohne den Aspekt aus Römer 8,28 wäre einfach nur angsteinflößend, doch weil Gott treu zu seinem Wort steht, ist seine Allmacht auch dann unser Ruhekissen, wenn uns Gott eine plausible Antwort auf unsere Warum-Fragen im Leben vorenthält.

Weder Petrus noch die betende Gemeinde rechneten wohl ernsthaft mit der Befreiung aus dem Gefängnis, obwohl es nicht das erste Mal gewesen wäre, dass Gott seine Diener aus dem Gefängnis befreit. So dachte Petrus nur ein Gesicht gesehen zu haben und die Gemeinde, dass der Engel des Petrus und nicht er selbst vor dem Tor stünde. Um so größer war das Staunen, als sie ihn tatsächlich vor sich stehen sahen. Und so bewahrheitet sich die Beobachtung eines Predigers, dass Gott, wenn er seine Erlösten überraschen möchte, nur ihre Gebete erhören muss..