Andachten

Weltmission in Kinderschuhen

„Barnabas aber und Saulus kehrten, nachdem sie den Dienst erfüllt hatten, von Jerusalem zurück und nahmen auch Johannes mit dem Beinamen Markus mit. Es waren aber in Antiochia, in der dortigen Gemeinde, Propheten und Lehrer: Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Luzius von Kyrene und Manaën, der mit Herodes, dem Vierfürsten, auferzogen worden war, und Saulus. Während sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir nun Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe! Da fasteten und beteten sie; und als sie ihnen die Hände aufgelegt hatten, entließen sie sie. Sie nun, ausgesandt von dem Heiligen Geist, gingen hinab nach Seleuzia, und von dort segelten sie nach Zypern.“ (Apostelgeschichte 12,25-13,4)

Wenn man dem 13. Kapitel eine Überschrift geben wollte, dann könnte sie Startschuss zur Weltmission lauten. Denn waren bisher Israel, seine Hauptstadt Jerusalem und die Apostel, allen voran Petrus, im Fokus der Apostelgeschichte, so wird Lukas von nun an unseren Blick auf Paulus und seine Reisen durch die heutige Türkei und Griechenland richten.
Bei dem Wort Weltmission, denkt man vermutlich gleich an die eine oder andere Missionsgesellschaft, an tausende Missionare, an die große Zahl der Bibelübersetzungen und vielleicht auch an die ungeheuren finanziellen Kosten, die damit verbunden sind. Wie würden wir heute so ein Megaprojekt angehen? Welche Partner würden wir für dieses Projekt zu gewinnen versuchen? Solche mit Ansehen in der Gesellschaft, mit vielen Follower auf Social Media Kanälen oder solche mit einer großen Finanzkraft?

Gott bedient sich keiner dieser Dinge, sondern erwählt sich eine handvoll Männer, die er zu diesem Dienst beruft. Und so geschieht es, dass, nachdem Barnabas und Saulus die finanzielle Gabe der Gemeinde aus Antiochia für ihre geistlichen Geschwister in Judäa überbracht haben, sie wieder nach Antiochia zurückkehren und dabei von Johannes Markus begleitet werden. Bereits bei der Aufzählung der Propheten und Lehrer in der Gemeinde wird schon deutlich, dass diese längst nicht mehr nur aus Juden bestand, sondern ebenso Heiden dazugehörten. Ob Saulus und Barnabas zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Gedanken gespielt haben, noch mehr Heiden mit dem Evangelium zu erreichen, indem sie Missionsreisen unternehmen, wissen wir nicht. Der Text gibt uns darauf keine Antwort, doch können wir sehen, dass sowohl Paulus, als auch Barnabas treu im Dienst für den Herrn standen, was auch durch ihr Fasten unterstrichen wird.

Während also Paulus und Barnabas in der Gemeinde dienen, spricht der Heilige Geist zu dieser und beruft die beiden Männer zu einem ganz bestimmten Dienst. Doch stürzen sich die beiden daraufhin nicht Hals über Kopf in dieses Abenteuer, sondern beten und fasten als Reaktion auf das Reden des Heiligen Geistes. Das zeigt, wie sehr sie davon überzeugt waren, dass sie, auf sich und ihre Kraft allein gestellt, absolut nicht in der Lage sein würden, diesen Dienst als Missionare auszuüben. Dazu kommt noch, dass sie sich auch nicht als Einzelkämpfer sahen, sondern sich von der Gemeinde in Antiochia aussenden ließen. Diese wurde für sie somit zu einer Art Heimatgemeinde, zu der sie immer wieder zurückkehren würden und die in besonderer Weise mit ihnen verbunden sein würde. Das ist es, was es für die Mission braucht: Gottes Berufung von Männer und Frauen, die schon treu im Dienst für Gott arbeiten und dann bereit sind, dem Ruf Gottes zu folgen, viel Gebet und Fasten und eine Gemeinde, die den Ausgesendeten den Rücken stärkt, vor allem im Gebet aber auch in finanzieller Hinsicht.

Am Ende bleibt aber festzuhalten, dass es nicht Menschen sind, die andere Menschen in fremde Länder und zu fremden Menschen schicken, die noch nie von Jesus gehört haben, sondern, dass es Gott ist, der Menschen aussendet (vgl. Vers 4). Es ist sein Werk, er wacht darüber und er wird es auch zu dem Abschluss bringen, den er sich vorgenommen und festgelegt hat.