Andachten

Erster Halt: Zypern

„Als sie aber die ganze Insel (Zypern) bis Paphos durchzogen hatten, fanden sie einen Mann, einen Magier, einen falschen Propheten, einen Juden, mit Namen Barjesus, der bei dem Prokonsul Sergius Paulus war, einem verständigen Mann. Dieser rief Barnabas und Saulus herbei und begehrte das Wort Gottes zu hören. Elymas aber, der Magier – denn so wird sein Name übersetzt –, widerstand ihnen und suchte den Prokonsul vom Glauben abzubringen.“ (Apostelgeschichte 13,6-8)

Die erste Station auf der ersten Missionsreise von Barnabas und Paulus war die Insel Zypern, was insofern nicht überrascht, da Barnabas gebürtiger Zyprer war (vgl. Apg 4,36). Somit kannte er das Umfeld und war mit den Gewohnheiten der Menschen auf Zypern vertraut, ein Umstand, der ihm und Paulus sicherlich half, das Evangelium der Bevölkerung zu verkündigen. Mit dabei war auch Johannes mit dem Beinamen Markus, der Neffe des Barnabas, den sie aus Jerusalem nach Antiochia mitgenommen hatten und der sie auf dieser Reise als Diener unterstützte.

Nachdem die Reisegruppe in Salamis angekommen war, dort in den Synagogen der Juden das Wort Gottes verkündigt und dann die Insel ihrer Länge nach durchzogen hatten, berichtet uns Lukas von einer Begebenheit in der Stadt Paphos. Dort gab es einen Prokonsul, einen vom römischen Senat eingesetzten Gouverneur, den Lukas als einen verständigen Mann bezeichnete. Das dieser verständig war, wird unter anderem daran deutlich, dass er Interesse an dem zeigte, was Barnabas und Saulus verkündigten. Und so lässt er die beiden zu sich rufen, um von ihnen das Wort Gottes zu hören. Doch leider ist dort, wo Gott am Wirken ist auch der Teufel nicht weit entfernt, um dieses Werk zu zerstören.

So berichtet uns Lukas von einem Juden, einem Magier, mit dem Namen Barjesus, der Sergius Paulus vom Glauben abhalten wollte, indem er Paulus und Barnabas Verkündigung widerstand. Die Tatsache, dass dieser Mann als Jude Zauberei betrieb, worauf laut dem Alten Testament die Todesstrafe stand (2.Mo 22,17), erklärt uns Lukas damit, dass Elymas ein falscher Prophet war. Wahrscheinlich hatte dieser Elemente aus dem Judentum mit mystischen und übernatürlichen Dingen vermischt und sich somit seine eigene Religion erschaffen, für die er auch den Prokonsul gewinnen wollte. Und auch sein jüdischer Name Barjesus, unterstreicht sein Leben als falscher Prophet, denn er war kein Sohn des Gottes der Rettung ist, sondern genau das Gegenteil, wie Paulus gleich zeigen wird.

Paulus mit Heiligem Geist erfüllt blickte fest auf Elymas und sprach: Du, voll aller List und Bosheit, Sohn des Teufels, Feind aller Gerechtigkeit! Willst du nicht aufhören, die geraden Wege des Herrn zu verkehren? (V.10). Elymas erhält das gleiche Urteil, das bereits die Pharisäer von Jesus bekommen hatten und wie jeder gottlose Mensch von Johannes zu hören bekommt (1.Joh 3,10), dass sie den Teufel zum Vater haben. Das war seine wahre Identität. Doch Paulus geht noch einen Schritt weiter und spricht augenblicklich ein Gerichtsurteil Gottes über ihn aus, dass er nämlich für eine Zeit lang blind sein sollte.

Aber musste Paulus hier wirklich so hart sein und so ein schwerwiegendes Urteil über Elymas aussprechen? Hat Paulus hier nicht ein bisschen überreagiert? Zwei Dinge sprechen für die Art und Weise, wie Paulus auf den Widerstand des Magiers reagierte, denn zum einen führte dieses Zeichen dazu, dass der Prokonsul glaubte und über die Lehre des Herrn erstaunte und zum anderen wusste wohl keiner besser als Paulus, was eine kurzzeitige Erblindung bei einem Menschen bewirken kann. Paulus selbst war ja für einige Tage blind, von Finsternis umgeben und absolut abhängig von anderen, was für ihn ein wahrer Segen war. Und vielleicht hoffte auch Paulus, dass der Umstand der Blindheit eine ähnliche Veränderung bei diesem Mann bewirken könnte, wie er es durch Gottes Gnade auch erfahren hatte.